Freisinger Amtsbücher

Liber censualium des Freisinger Domkapitels - Nachträge und Einbindungen

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Liber censualium des Freisinger Domkapitels - Nachträge
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Liber censualium: fol.43v - die Bischöfe Meginward von Freising und Otto von Regensburg tauschen Arbeitskräfte.

Liber censualium: fol.43v - die Bischöfe Meginward von Freising und Otto von Regensburg tauschen Arbeitskräfte.

SignaturSignature BayHStA Hochstift Freising Archiv 4
DatierungDate 1187
OrtPlace Freising
DigitalisatDigital copy bavarikon

In diesem Teil sind Pergamentzettel, Einzelblätter und Doppelblätter nach der Foliierung im Codex Hochstift Freising Archiv 4 ediert. Inhaltlich handelt es sich dabei sowohl um Ergänzungen und Nachträge zum Zensualenbuch (fol. 32, 34, 35, 36, 41, 49) als auch um Teile aus dem Freisinger Tauschbuch (Hochstift Freising Archiv 2), (fol. 39-40, 44-45). Sie wurden vermutlich von Benutzern aus dem Tauschbuch herausgenommen, wo sie Carl Meichelbeck bei Abfassung seiner Historia Frisingensis , erschienen 1724-1729, noch vorfand. Die dritte Gruppe bilden Authentica verschiedenster Art, die fast alle im Kontext mit Freisinger Besitztransaktionen stehen (fol. 26 mit 33, 37, 38, 42, 43, 46, 47, 48). Drei der Authentica belegen Freisinger Fernbesitz im Grödnertal in Südtirol (fol. 38, 36. Text), im Kärnterner Raum (fol. 46, 59. Text) und in Niederösterreich (fol. 47, 60. Text). Der Registrierung der Einnahmen aus entfernten Gebieten, die die Zettel des 12. Jahrhunderts überliefern, müssen Visitationen und eine genaue Aufnahme des Freisinger Besitzes vorangegangen sein. Dieser Schritt ist für den bayerischen Alpenraum zwischen Miesbach und dem Spitzinggebiet durch eine Gerichtsurkunde Bischof Meginwards nach 1078 belegt (fol. 40v-39, 39. Text).

Am häufigsten sind Schenkungen von Personal an die Freisinger Kanoniker mit einem Jahreszins zu fünf oder drei Pfennig oder der freiwillige Eintritt von Personen in die familia des Bischofs, welcher am Ende des 11. Jahrhunderts noch ohne Zinszahlung möglich war (fol. 43, 53. Text). Für beide Handlungen wird die Formelsprache der Schenkungsurkunde verwendet, nur die Dispositio unterscheidet zwischen tradere und se tradere. Schenkende konnten auch selbst Zensualen sein wie etwa Konrad von Rimbach um 1250 (fol. 41, 45. Text als Schenkender und fol. 32, 7. Text als Zensuale mit reduziertem Zins). Wenn höher gestellte Frauen oder Männer auf diese Weise ihre sozialen Bindungen veränderten, indem sie sich in den Schutz des Hochstifts Freising begaben, musste dies vor einem illustren Kreis von Zeugen geschehen. Ebenso waren Zeugen notwendig, wenn Personen als Arbeitskräfte an Freising verschenkt oder gegen andere getauscht wurden. Es konnte sich hierbei auch um Handwerker zur Herstellung von luxuriöser Kleidung handeln, etwa einen Hutmacher oder einen Kürschner aus der Stadt München (fol. 33v, 16. Text). Die folgenden Dokumente zeigen für das Hochstift Freising verschiedene Stufen im Systems der Zensualität:

Während der späten Salierzeit schlossen sich immer mehr Personen dem Hochstift Freising an, das ihnen vermutlich eine größere Sicherheit und Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs bot. Die Abhängigkeit vom Hochstift konnte durch Freikauf beendet werden, so der älteste Text noch aus dem 10. Jahrhundert (fol. 42v, 51. Text). Die weitere Entwicklung zur personalintensiven Bewirtschaftung von Besitz verlief offenbar in den Hochstiften Passau und Regensburg in ähnlicher Weise; dies belegen Tauschverträge über Arbeitskräfte: einer ist aus dem 11. Jahrhundert für die Bischöfe Meginward von Freising und Otto von Regensburg überliefert (fol. 43v, 54. Text), ein weiterer aus dem 12. Jahrhundert für Bischof Otto von Freising und die Äbtissin Adelheid von Passau-Niedernburg (fol. 44v, 56. Text). Der Generationswechsel der abhängigen Arbeitskräfte erforderte deren Registrierung sowie die Überprüfung der Urkunden, die ihre Zugehörigkeit zum Besitz des Hochstifts belegten. Mehrfach findet sich in den Dokumenten der Hinweis, dass solche Inspektionen auch vor Ort vorgenommen wurden (etwa scriptum inspecturi , fol. 33v, 17. Text).

Ergänzungen des Personalstandes wurden auf zusätzlichen Folia oder als Marginalien vermerkt.  Eine komplette Überprüfung der Wirtschaftskräfte auf den Freisinger Besitzungen scheint unter Bischof Konrad I. um 1250 erfolgt zu sein. Denn aus seiner Bischofszeit datieren die Verortungen von Personennamen, bei denen auf den Kontext früherer Verträge verzichtet wurde. Unter seinem Nachfolger Konrad II. (1258-1278) war es dann üblich, dass sich der Schenker für Spezialisten einen Pfennig Jahreszins zurückbehielt (fol. 33v, 16. Text und fol. 49v, 71. Text).

Adelheid Krah (IOeG, Universität Wien)


Liber…censualium: Digital Edition – Additions and supplements: Introduction

In this part are edited the slips of parchment, single pages, and double pages according to the foliation in Codex Hochstift Freising Archiv 4. With respect to its content, it deals with additions and supplements to the Zensualenbuch (fol. 32, 34, 35, 36, 41, 49); as well as with parts from the Freising book of exchanges Tauschbuch (Hochstift Freising Archiv 2), (fol. 39-40, 44-45).  The latter presumably were removed by users from the book of exchanges, where Carl Meichelbeck found them when he drafted his Historia Frisingensis (1724-1729). The third group forms authentica of a different sort, almost all of which are set within the context of Freising's property transactions (fol. 26 mit 33, 37, 38, 42, 43, 46, 47, 48). Three of the authentica engage property located far away from Freising in Grödnertal in the south Tirol (fol. 38, text 36), in the Carinthian region (fol. 46, text 59), and in lower Austria (fol. 47, text 60). The registering of revenues from distant regions, which is recorded in notes of the twelfth century, must have required visitations and a scrupulous survey of Freising's property. This step is attested for the Bavarian Alpine area between Miesbach and the Spitzing region by a court record of Bishop Meginward after 1078 (fol. 40v-39, text 39).

Most frequent are gifts of personnel to the Freising canons with a yearly census at five or three pennies, or the voluntary admission of persons into the familia of the bishop, which was still possible at the end of the eleventh century without the payment of a census (fol. 43, text 53). For both actions the formulas of donation charters are used, while the dispositive clause distinguishes between tradere and se tradere . Donors could also be Zensualen themselves, as for example Konrad of Rimbach around 1250 (fol. 41, text 45 as donor; und fol. 32, text 7 as Zensuale with a reduced census ). If higher status women or men changed their social relationship by giving themselves into the protection of the bishopric of Freising, they had to do so before an illustrious circle of witnesses. Likewise, witnesses were necessary if persons were given away as laborers to Freising, or were exchanged for others. These might also involve skilled workers for the production of luxurious clothing, for example a hat maker or a furrier from Munich (fol. 33v, text 16). The following documents show for the bishopric of Freising the different stages in the system of census payment:

During the later Salian period ever more people associated themselves with the bishopric of Freising, which presumably offered them greater security and possibilities for social advancement. Dependence upon the bishopric could be ended by the purchase of freedom, as the oldest entry from the tenth century indicates (fol. 42v, text 51). The further development of personnel-intensive farming of property likewise occurred in the bishoprics of Passau and Regensburg. Contracts of exchange concerning labor verify this, one of which is handed down from the eleventh century for the bishops Meginward of Freising and Otto of Regensburg (fol. 43v, text 54); and another from the twelfth century for bishop Otto of Freising and abbess Adelheid of Passau-Niederburg (fol. 44v, text 56).  The generational change of dependent laborers required the registration as well as the verification of charters, which demonstrated their affiliation to the property of the bishopric. Hints are found repeatedly in the documents, that such on-site inspections were undertaken (for example, scriptum inspecturi ; fol. 33v, text 17).

Complementary information on the status of  personnel was noted on additional folios or as marginalia. A complete review of the economic capacity of the Freising properties appears to have been undertaken around 1250 under bishop Konrad I because from his episcopal tenure dates the localization of personal names to places where the context of earlier contracts was renounced. Under his successor Konrad II (1258-1278), it then become customary for the donor to retain an annual census of a penny for specialists (fol. 33v, text 16; and fol. 49v, text 71).

Adelheid Krah (IOeG, University of Vienna)
Translated by Hans Hummer (Wayne State University)


Folio 26 / 26v
Auf dem mittig geknickten, schmalen Pergamentstreifen, im LC foliiert mit f. 26 und f. 33, sind fünf Texte kopiert, welche vermutlich auf einzelnen Zetteln im Archiv des Hochstifts aufbewahrt wurden. Erkennbar ist die Absicht, diese Texte mit einem einzigen, gefalteten Pergamentstück komprimiert präsent zu halten. Die beiden Schenkungsnotizen auf f. 26 stehen zumindest in zeitlichem und paläographischem Kontext. Das querformatige Doppelblatt (mit einer Höhe am Bug von 9 cm und einer Breite von maximal 15,5 cm) beinhaltet auf der linken Hälfte, heute f. 33 des LC, drei kopierte scripta inspecturi zu Schenkungen, in welchen vom Jahreszins je ein Pfennig an den Schenkenden fällt. Diese Ausnahmeregelungen hinsichtlich der Zinszahlung weisen durch die Qualität der „verschenkten“ Personen noch eine weitere Gemeinsamkeit auf: In zwei Fällen handelt es sich um wertvolle Arbeitskräfte aus Handwerksberufen, die repräsentative Kleidungsstücke herstellen können, nämlich je einen Hutmacher und Kürschner aus der Stadt München (vgl. f. 33v) Die untere Hälfte von fol. 33v blieb zunächst unbeschrieben.
1. Text 23. Mai 1272
TF 1813
fol. 26

fol. 26

M. von Hohenwaldeck und seine Frau Mechthild übergeben Kunigunde, die Witwe des Hirten H., mit ihren Kindern zu fünf Pfennig Jahreszins. Sie verbinden damit die Einrichtung ihrer Memoria.
Authenticum. Kopiale Abschrift.

Anno domini MCCLXXII. X. kal. junii dominus M. dictus de Waldekke et domina Meihthildis uxor eius ob salutem et remedium animarum suarum manumittentes Chvnigundem relictam H. pabulatoris[1] cum liberis suis ipsos ecclesie seu capitulo Frisingensi donaverunt ad censum V denariorum annis singulis persolvendum. Huius rei testes sunt. dominus O(tto) Sappo decanus. item dominus Perht de Rikkerstof. item dominus E.[2] Sibenpreit canonici Frisingenses. item dominus Vlricus custos ibidem et vicarius et magister Volricus doctor puerorum canonicus Mosburgensis. item S. Muldorfensis et Berenhardus mactator cives Frisingenses et quidam dictus Han. et alii quamplures.[3]

  1. Relictam H. pabulatoris emendiert.
  2. Bitterauf ediert E(berhart).
  3. Das Folgende von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) M. dictus de Waldekke et domina Meihthildis uxor eius (…) Perht de Rikkerstof. (…) canonici Frisingenses. item dominus Vlricus custos ibidem et vicarius et magister Volricus doctor puerorum canonicus Mosburgensis. item S. Muldorfensis et Berenhardus mactator cives Frisingenses et quidam dictus Han. (…)

Waldekke: TF Hohenwaldeck, Burgruine bei Schliersee (Gde., Lkr. Miesbach)
Rikkerstof: TF Reichersdorf (Gde. Bruckberg, Lkr. Landshut)
Frisinga/en: Freising (Gde., Lkr.)
Mosburg: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Muldorf: TF Mühldorf, Mühldorf a. Inn (Gde., Lkr.)
2. Text 11. Oktober 1275
TF 1815
Gottfried von Oberding und seine Schwester Hilta schenken Mechthild, die Tochter des Müllers Isengrim, dem Altar der hl. Maria in Freising unter der Bedingung, dass sie den Kanonikern jährlich Zins zahlt.

Authenticum. Kopiale Abschrift.

Anno domini millesimo CCLXX quinto. Quinto Idus Octobris Gotfridus dictus de Diengen et Hilta soror eiusdem tonaverunt[1] ad altare sancte Marie virginis in Frisinga Maechthildem filiam Isengrimi molendinarii ita quod annuatim ipsa M. ad dictum[2] altare pro censu solvat[3] denarios ad communes usus canonicorum. Huius rei testes sunt. H. de Schonpvnne[4]. C. Sibenprait. Eberhardus[5] Maessenhusen canonici Frisingenses. dominus Vlricus dictus custos. Chvnradus Schrimpha editus noster. Hainricus notarius summi prepositi et alii quamplures.

  1. Bitterauf ediert donaverunt.
  2. Im Text dcm mit Kürzung.
  3. Nächstes Wort nicht entzifferbar.
  4. Bitterauf ediert Schenprvnne.
  5. Bitterauf ediert Ebr.
Ortsnamen im Kontext
(…) Gotfridus dictus de Diengen et Hilta soror eiusdem (…) H. de Schonpvnne. (...) Eberhardus Maessenhusen canonici Frisingenses. (…)

Diengen: TF Ober- bzw. Niederding (Gde. Oberding, Lkr. Erding)
Schonpvnne/Schenprunne: TF Schönbrunn (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
Maessenhusen: TF Massenhausen (Gde. Neufahrn, Lkr. Freising)
3. Text circa 1272 - 1275
TF 1814
fol. 26v

fol. 26v

Namenliste Freisinger Zensualen.[1]

Walman H.[2] Mathilt. Leukart. Chuegunt[3]. Gedrut[4]. Walther. Walther. Iuta[5]. Pertoldus. Mathilt. Eberhardus. Chunrat. Mathilt. Hiltgunt. Wernherus.

Hainrich. Otto. Ulrich. Chunigundis. Reinher. Ivtinte. Hainrich. Engeldich. Irmigard. Herburch. Hainrich. Alheit. Alheit. Maethilt. Levkart. Diemvot. Volrich. Othalm. Irmigart. Hilta.

Filius[6] Alhedis. Perhtoldus de Kirchperh[7] et eius filius Chonradus de Edramhingen pertinent ad communem usum fratrum annuatim persolvendis V denarios.

Fridervn. Hainrich. Chunrat. Mathilt. Diemvot. Gedrut[8]. Gerburgis. Alhait. Albreht. Chunrat. Levpolt. Periht. Hainrich. Maethilt. Chunigunt. Sighart. Alhait. Chunigunt. Volrich. Alhait. Hainrich. Hainrich. Wernher. Erlint. Gisel.

  1. Ähnliche Namensgruppen wie in den Randnotizen auf den Blättern des Haupttextes; gleiche Schreiber.
  2. Wohl Heinricus.
  3. Gemeint Chunegunt.
  4. Gemeint Gerdrut, von anderer Hand.
  5. Bei Bitterauf Jevta.
  6. Davor Perhtoldus.
  7. Über der Zeile nachgetragen, von gleicher Hand.
  8. Gemeint Gerdrut.
Ortsnamen im Kontext
(…) Perhtoldus de Kirchperch et eius filius Chonradus de Edramhingen (…)

Kirchperh: TF Kirchberg (Gde., Lkr. Erding)
Edramhingen: TF unbestimmbar
Folio 32 / 32v
Nachträge zum Zensualenbuch.
Auf f. 32, welches mit f. 27 das Außenblatt der unvollständigen vierten Lage des Basistextes des LC bildet, wurden Schenkungen und Notizen zu bestehenden Zensualverträgen von verschiedenen Schreibern kopiert. Sie stehen im Kontext zum Basistext. Deutlich wird, dass bestehende Verträge überprüft wurden und der Jahreszins auch unter die üblichen fünf Pfennige fallen konnte. Auffällig ist ferner die Aktualisierung des Besitzstandes durch Sammlung und Verzeichnung von Namenlisten, die eine Infrastruktur widerspiegeln und gelegentlich auch für Federproben und Schreibversuche benützt wurden. f. 32und f. 41 wurden im Kontext verschriftlicht.
4. Text circa 1220-1230
TF 1794a
fol.32

fol.32


fol. 32v

fol. 32v

Gertrud und Heinrich von Edelshausen und weitere Zensualen.

Gerntrvdis et Heinricus de Eldloltshvsn sunt censuales huius ecclesie. Iuodita et Heinricus et Chvnradus de Prvnne. Gerbirgis. Arnoldus. Perhta. Adelheit. Ivta. Hartman. Ivta. Alheit. Heinricus. Chvnradus. Perhtoldus de Rihcarstorf. Mahthilt de Sleilpach. Alheit. Wernhardus. Vlricus et Irmg(art) de Mosa. Altmannus. Herbvrch. Vlricus. Perhtoldus. Chvnradus. Irmgart. Diemvdis. Dietetricus. Gerbirgis. Alheidis. De Glutun Heinricus. Irmgart. Alheit. Heinricus. Lvokart. Diemvdis. Mergardis. Heinricus. Ivta. Hericus de Chacinpah(c)[1] Ivta. Ortolfus. Chvnradus. Ortolfus. Rehkart. Alheit.[2] eo notum.

  1. Ergänzt nach Bitterauf
  2. Das Folgende von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
Gerntrvdis et Heinricus de Eldloltshvsn (…) Iuodita et Heinricus et Chvnradus de Prvnne. (…) Perhtoldus de Rihcarstorf. Mahthilt de Sleilpach. (…) Vlricus et Irmg(art) de Mosa. (…) Alheidis de Glutun. (…) Hericus de Chacinpah(c)…

Eldloltshvsn: TF Edelshausen (Gde. Schrobenhausen, Lkr. Neuburg-Schrobenhausen)
Prvnne: TF Schönbrunn (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
Rihcarstorf: TF Reichersdorf (Gde. Bruckberg, Lkr. Landshut)
Sleilpach: TF Schleissbach, Gde. Mainburg
Mosa: TF Moosach(Gde., Lkr. Ebersberg, oder Stadtteil von München)
Glutun: TF unbestimmbar
Chacinpah(c): TF Grosskatzbach oder Kleinkatzbach(Gde. Dorfen, Lkr. Erding)
5. Text circa 1220-1230
TF 1794b
Heinrich von Kronwinkl schenkt schwer erkrankt vier Zensualen mit ihren Nachkommen zu fünf Pfennig Jahreszins.

Notum[1] sit omnibus Christi fidelibus quod quidam miles de Chrânwinkel Heinricus nomine cum in extremis[2] laboraret tradidit cum consensu fratris sui ad sinistrum cornu beate Marie Frisingensis IIIIor homines cum posteris suis. Heinricus scilicet. Rihenzam. Perhtam. Levcardem. tali traditione ut predicti homines eorumque posteri singulis annis in prenominato cornu censum Vque denariorum solvant.

  1. Text von anderer Hand.
  2. Das Folgende von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) de Chrânwinkel Heinricus (…)

Chrânwinkel: TF Kronwinkl (Kronwinkl, Gde. Eching, Lkr. Landshut, oder Kronwinkl, Gde. Mauern, Lkr. Freising, oder Kronwinkl, Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising)
6. Text circa 1220-1230
TF 1794c
Reicherus und seine Frau Margarete übergeben vier Zensualen.

Notum[1] sit omnibus Christi fidelibus quod Reicherus et uxor eius Margareta[2] quatuor homines scilicet Reilindam et Irmingardam et Chvnradum. Maihtldam libera traditione delegaverunt ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani annuatim pro V denariis.

  1. Das Folgende von anderer Hand.
  2. Über der Zeile et "Alheidis".
7. Text circa 1220-1230
TF 1794d
Namenliste Freisinger Zensualen.
Besitzverzeichnis, das auch den Verlust eines Werner durch Tod aufgenommen hat.

Eglmarus de Ascaim et uxor eius Engela. Iuta. Luokart et Rvodgerus de Veldeu. Irmgart et Perhta de Velden. Reilint. Heinricus. Chvnegvnt de Velden. ….[1] Wernherus de Monaco. Mahthilt. Dietricus. Heilka de Geislpach. Eberhardus. Irmgart. Wilbirch. Perhtoldus.[2] Hilgunt. Irmgat. Vorich. Cotchalh. Siefrit. Alheit. Mathilt. Wernher obiit. Otto. Perhta annuatim[3] ad tenarium. Gerdruot similiter.[4]

Konrad von Kratzerimbach zu reduziertem Zins.

Chvonradus[5] de Rintpach est censualis ad tres denarios.[6]

Namenliste Freisinger Zensualen.

Eppo et uxor eius Luokart et Chvnradus et Maihthilt de Landeshût et Reihkart et Engela[7] et Rvodolfus comedicius. Heimo et Chvnradus. Gotfridus. Irmgart de Tisenhoven. Perhta. Heinricus. Heinricus. Engelmarus.[8] A(lheit)[9] de Wizzenbvrch. Heinricus de Lavrspach. Albertus. Alheit. … Hainricus. Gerdrvdis. Mahtthi(l).[10] (Vr)senhusen[11]. Albertus de Tivvarn[12]. Gisela de Alxeingn (Aheringen)[13].

  1. Rasur.
  2. Danach von anderer Hand.
  3. Verderbt am Wortanfang; die Angabe der Höhe des Zinses fehlt.
  4. Danach von anderer Hand.
  5. Davor Chuonradus de.
  6. Danach von anderer Hand.
  7. Durch Säureeinwirkung verderbt.
  8. Hier endet f. 32.
  9. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  10. Ergänzt nach Bitterauf.
  11. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  12. Gemeint ist vermutlich Nivfaren: TF Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg).
  13. Verschrieben, ergänzt nach Bitterauf.
Ortsnamen im Kontext
Eglmarus de Ascaim et uxor eius Engela. (…) Luokart et Rvodgerus de Veldeu. Irmgart et Perhta de Velden. (…) Chvnegvnt de Velden. … Wernherus de Monaco. (…) Heilka de Geislpach. (…)
Chvonradus de Rintpach (…)
Eppo et uxor eius Luokart et Chvnradus et Maihthilt de Landesh^vt et (…) Irmgart de Tisenhoven. (…) A(lheit) de Wizzenbvrch. Heinricus de Lavrspach. (…) Mahtthi(l). (Vr)senhusen. Albertus de Tivvarn. Gisela de Alxeingen (Aheringen).


Ascaim: TF Aschheim (Gde., Lkr. München)
Veldeu: verschrieben für |Velden
Velden: TF Velden, Schloss (Gde., Lkr. Landshut)
Monaco: München (krfr.St.)
Geislpach: TF Obergeislbach (Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
Rintpach: TF Rimbach, Kratzerimbach, Kratzerimbach (Gde. Zolling, Lkr. Freising)
Landesh^vt: Landshut (Gde., Lkr.)
Tisenhoven: TF Deisenhofen (Gde. Maisach, Lkr. Fürstenfeldbruck)
Wizzenbvrch: TF Weissenburg, Weißenburg i. Bay. (Gde., Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen)
Lavrspach: TF Larsbach (Gde. Wolnzach, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
(Vr)senhusen: TF Irschenhausen (Gde. Icking, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen)
Tivvarn: TF unbestimmbar, gemeint ist vermutlich Nivfaren: TF Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
Alxeingen / Aheringen: TF Achering (Ortsteil von Freising)
8. Text circa 1220-1230
TF 1794e
Pertold und Alhaid von Pfeffenhausen schenken ad novam oblacionem ein Gut in Pfettrach zu vier Pfennig Jahreszins.

Noverint Christi fideles quod quidam Pertoldus (de) Peffenhusen et uxor eius Alhaidis tradiderunt predium in Phetra ad novam oblacionem annuatim ad quatuor denarios persolvendis. (sic)ut omnis posteritas eorum. huius rei testes sunt. Fridericus Sappo. Ebberwinus. Volricus custos. Wernherus. Heinricus de Aich. Chvonradus de Phetra. Hainricus de Lanzehuot. Ruobertus de Phetra. Wernhart de Hvolztorf[1]. Hainricus de Altorf.

  1. Bei Bitterauf: Zvolstorf.
Ortsnamen im Kontext
(…) Pertoldus (de) Peffenhusen et uxor eius Alhaidis (…) Heinricus de Aich. Chvonradus de Phetra. Hainricus de Lanzehuot. Ruobertus de Phetra. Wernhart de Hvolztorf. Hainricus de Altorf.

Peffenhusen: TF Pfeffenhausen (Gde., Lkr. Landshut)
Aich: TF Aich (Aich, Gde. Moosburg a. d. Isar; Lkr. Freising; Aich, Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising; oder Aich, Gde. Fürstenfeldbruck, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Aich, Gde. Forstinning, Lkr. Ebersberg oder Aich; Gde. Oberpframmern, Lkr. Ebersberg, oder Aich, Gde. Dorfen, Lkr. Erding oder Aich, Gde. Isen, Lkr. Erding oder Aich, Gde. Taufkirchen (Vils), Lkr. Erding)
Phetra: TF Pfettrach (Gde. Altdorf, Lkr. Landshut)
Lanzehuot: Landshut (Gde., Lkr.)
Hvolztorf / Zvolstorf: TF Zustorf(Gde. Langenpreising, Lkr. Erding)
Altorf: Altdorf (Gde. Haag i. OB, Lkr. Mühldorf a. Inn)
9. Text circa 1220-1230
TF 1794f
Namenliste Freisinger Zensualen.

Perhta[1] (et)[2] Cotcalh (et)[3] Perhta. Diemvot. Gisila. Mahthilt. Volrich. Gerlint. Mahthilt. Rvodeger. Gedrvot. Herman. Rvodeger. Mahthilt. Reiher. Heinricus. Rvodolf. Gerburg. Gesila. Cotfrit. Heinricus. Mahthilt. Gesila. Heinricus. Alheit. Chvonrat (et)[4] Alheit. Irgart. Meizol. Ortofl. Perhta. Vvolrih. Mahthilt. Gilbirgis. Mahthil.

  1. Von anderen Händen. Schreibproben von Schülern.
  2. Im Text o.
  3. Im Text o.
  4. Im Text o.
10. Text circa 1220-1230
TF 1794g
Ulrich von Geisenhausen und weitere.[1]

Notum sit omnibus Christi fidelibus quod Volricus de Gisenhusen est censualis ad V denarius ad prebendam dominorum. Heinricus. Gerdrudis. Mahthildis et Bertha.[2] Pero. Irmgart. Rilint. Hartwinc. Anhuic. Perta. Irmigart. Albero. Siuirit. Herrat et quatuor pueri. Pernhart.

  1. Von anderen Händen. Rechtsinhalt vom Scriptor, Namen durch Schüler.
  2. Anschließend von anderer Hand (Schüler).
Ortsnamen im Kontext
(…) Volricus de Gisenhusen (…)

Gisenhusen: TF Geisenhausen (Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
11. Text circa 1220-1230
TF 1794h
Gertrud von Biberbach und ihre Kinder begeben sich in die Zensualität, ebenso Diemuod mit Mann und Sohn.

Notum[1] sit omnibus Christi fidelibus quod Gerdrvdis de Piberpach cum filiis suis Volrico et Hainrico et filiabus suis Maththil et Maththil est censualis sancte Marie. Cvonradus et Perhtoldus. Maththil. Wazelo.

Diemvodis et vir suus Meinhardus et eorum filius Chvonradus et Pilgrinus.

  1. Von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Gerdrvdis de Piberpach cum (…)

Piberpach: TF Biberbach (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
12. Text circa 1220-1230
TF 1794i
Diemuod und ihre Kinder, Neffen und Nichten und Alheid von Gerzen sind Freisinger Zensualen zu fünf Pfennig Jahreszins.

Notum[1] sit omnibus fidelibus quod Diemvodis et sua filia Mahthil et filii sui Volricus et Geroldus et nepotes sui Hianricus et Mahthildis et Richgardis et Alheidis[2] et Ivtta et Alheidis de Gerzen sunt censuales sancte Marie V denariis persolvendis.[3]

Hainricus. Perihta. Pertoltus.

  1. Von gleicher Hand.
  2. Korrumpiert..
  3. Danach von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Diemvodis et sua filia Mahthil et filii sui Volricus et Geroldus et nepotes sui Hianricus et Mahthildis et Richgardis et Alheidis et Ivtta et Alheidis de Gerzen (…)

Gerzen: TF Gerzen (Gde., Lkr. Landshut)
13. Text circa 1220-1230
TF 1794k
Aribo von Umbertshausen übergibt einen Eigenmann der hl. Maria in Freising.

Memorie[1] presentium tam futurorum innotescat quod Arobo de Haumprehteshusen a proprio viro suo VIIII solidos denariorum recepit et ipsum beate Marie donavit ita ut domino obleiario censum V denarios ad singulis annis persolvat.[2] Quod his testibus conbrobatur. Dominus Haertnidus de (…)aeihc[3]. Alpertus pellifex de fonte. Hofcaeumel et frater suus.

  1. Von anderer Hand.
  2. ad singulis annis über der Zeile, emendiert.
  3. Bitterauf ediert Aeihc.
Ortsnamen im Kontext
(…) Aribo de Haumprehteshusen (…) Dominus Haertnidus de (…)aeihc. Alpertus pellifex de fonte. (…)

Haumprehteshusen: TF Umbertshausen (Gde. Neustadt a. d. Donau, Lkr. Kelheim)
Aich: TF Aich (Aich, Gde. Moosburg a. d. Isar; Lkr. Freising; Aich, Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising; oder Aich, Gde. Fürstenfeldbruck, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Aich, Gde. Forstinning, Lkr. Ebersberg oder Aich, Gde. Oberpframmern, Lkr. Ebersberg, oder Aich, Gde. Dorfen, Lkr. Erding oder Aich, Gde. Isen, Lkr. Erding oder Aich, Gde. Taufkirchen (Vils), Lkr. Erding)
de fonte: nicht identifizierbar
14. Text circa 1220-1230
TF 1794l
Eine Frau aus Salmannskirchen schenkt ein Gut. Der Zins von zehn Pfennig soll zur Beleuchtung verwendet werden (weitere Zensualen).

Sciant[1] Christi fideles quod quedam mulier de Salmanschirch tradidit predium ad lumen ad X dena(rios)[2]. Cotfridus de Tegrenpach. Rvdekerus de Vilse.[3]

Friderich et Diemvot. Chuonrat. Heinricus. Otto. Adelheit. Irmingardis.



Schreibproben.

Im Kontext von TF 1794 k und l zwischen den Zeilen (vgl. f. 32v unten):

Halhat. Halhat. Hanricus. Vehilt. Halhat. Haihau.

  1. Von anderer Hand.
  2. Ergänzt nach Bitterauf.
  3. Danach von anderer, späterer Hand (14. Jh.).
Ortsnamen im Kontext
(…) quedam mulier de Salmanschirch (…) Cotfridus de Tegrenpach. Rvdekerus de Vilse.

Salmanschirch: TF Salmannskirchen (Gde. Bockhorn, Lkr. Erding)
Tegrenpach: TF Tegernbach (Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising)
Vilse: TF Vils (Vils Gde. Velden, Lkr. Landshut oder Vils Gde. Geisenhausen, Lkr. Landshut)
Folio 33 / 33v
Das querformatige Doppelblatt f. 26 und 33 (mit einer Höhe am Bug von 9 cm und einer Breite von maximal 15,5 cm) beinhaltet auf der zweiten Hälfte, heute f. 33 des LC, drei kopierte scripta inspecturi zu Schenkungen, in welchen vom Jahreszins je ein Pfennig an den Schenkenden fällt. In diesen Texten begegnet ein Personenkreis aus München (vgl. auch f. 26 und f. 33v).
15. Text nach 1267
TF 1812a
fol. 33

fol. 33

Ekbert von Reichersbeuern schenkt vor illustrem Zeugenkreis einen Eigenmann mit fünf Pfennig Zins, wovon er jährlich einen erhält.

Scriptum inspecturi.

Noverint universi presens scriptum inspecturi quod Ekpreht de Richerspaewern Werinherum de … Antzinger quem iure proprietatis possederat libere tradidit ad altare sancte Marie Frisinge ita quod (V denarios)[1] censuales ad ipsum altare tribuat annuatim unum de ipsis denariis recepturus et huic (donacioni interfu)erunt[2]O.[3] decanus H.[4] prepositus Mosburgensis. Ruodolfus de Schiren. Volricus de Gilchingen. Perht de (Richkerstorf)[5]. H. de Schoenprvnn. Ch. de Julbach canonici. Otto de Waldekk. Sighardus dapifer ministeriales[6]. (VI.)[7] sacerdos. Leonhardus. Perhtoldus custos. Sifridus in foro. Hermannus et Pernhardus fratres dicti E(ngeler)[8]… Heinrich Gruetschs. Perhtoldus institor. Frisingenses. Ch. Ellenchouen. Ch. Ziuer. Sifridus institor. W(ernher)[9] abbas de Monaco.[10].

  1. Text verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  2. Ergänzt nach Bitterauf.
  3. Otto, nach Bitterauf.
  4. Heinricus, nach Bitterauf.
  5. Ergänzt nach Bitterauf.
  6. Verderbt.
  7. Ergänzt nach Bitterauf.
  8. Ergänzt nach Bitterauf.
  9. Ergänzt nach Bitterauf.
  10. Darunter Sub anno 1267 von späterer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Ekpreht de Richerspaewern (…) H. prepositus Mosburgensis. Ruodolfus de Schiren. Volricus de Gilchingen. Perht de (Richkerstorf). H. de Schoenprvnn. Ch. de Julbach canonici. Otto de Waldekk. (…) Sifridus in foro. (…) Ch. Ellenchouen. Ch. Ziuer. (…) W(ernher) abbas de Monaco.

Richerspaewern: TF Reichersbeuern (Gde., Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen)
Mosburg: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Schiren: TF Scheyern (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Gilchingen: TF Gilching (Gde., Lkr. Starnberg)
(Richkerstorf): TF Reichersdorf (Gde. Bruckberg, Lkr. Landshut)
Schoenprvnn: TF Schönbrunn (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
Julbach: TF Julbach (Gde., Lkr. Rottal-Inn)
Waldekk: TF Hohenwaldeck, Burgruine bei Schliersee (Gde., Lkr. Miesbach)
in foro: nicht identifizierbar
Ellenchouen: TF Oberelkofen / Unterelkofen, Schloss (Gde. Grafing, Lkr. Ebersberg)
Monaco: München(krfr.St.)
16. Text Datierung nach Bitterauf 1266-1278
TF 1812b
fol. 33v

fol. 33v

Die Ausnahmeregelungen hinsichtlich der Zinszahlung auf f. 33 weisen durch die Qualität der „verschenkten“ Personen noch eine weitere Gemeinsamkeit auf: In zwei Fällen (den Texten auf f. 33v) handelt es sich um wertvolle Arbeitskräfte aus Handwerksberufen, die repräsentative Kleidungsstücke herstellen können, nämlich je einen Hutmacher und Kürschner aus der Stadt München (vgl. auch f. 26).

Heinrich von Salmdorf übergibt den Hutmacher Albert aus München unter der Bedingung, dass er vom Jahreszins einen Pfennig erhält.

Scriptum inspecturi.

(No)verint[1] universi presens scriptum inspecturi quod Hainricus de Sallendorf Albertum piliatorem de Monaco quem iure proprietatis possederat libere tradidit ad altare sancte Marie Frisinge ita quod V denarios censuales ad ipsum altare tribuat annuatim unum de ipsis denariis recepturus. Et huic donacioni interfuerunt E.[2] decanus. H.[3] prepositus Mospurgensis. Rvodolfus de Schiren. Johannes. Eber(hardus) celerarius. Perhtoldus custos. … Hovegemel.

  1. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  2. Bei Bitterauf E(berhardus).
  3. Bei Bitterauf H(einricus).
Ortsnamen im Kontext
(…) Hainricus de Sallendorf Albertum piliatorem de Monaco (…) H. prepositus Mospurgensis. Rvodolfus de Schiren. (…)

Sallendorf: TF Salmdorf (Gde. Haar, Lkr. München)
Monaco: München (krfr.St.)
Mospurg: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Schiren: TF Scheyern (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
17. Text nach Bitterauf 1266-1278
TF 1812c
Irmingard von Hohenbachern und ihr Sohn schenken den Kürschner Friedrich Phanzelt aus München unter der Bedingung, dass sie vom Jahreszins einen Pfennig erhalten.

Scriptum inspecturi.

Noverint[1] universi presens scriptum inspecturi quod domina Irmgardis de Pacharn et eius …[2] Fridericum Phanzelt pellificem de Monaco quem iure proprietatis possederant libere tradiderunt (ad alta)re[3] sancte Marie Frisinge ita quod V denarios censuales ad ipsum altare tribuat annuatim (unum)[4] de ipsis denariis recepturus. Et huic donacioni interfuerunt H.[5] prepositus Mosburgensis. (plebanus)[6] de[7] Pelhaim. Vl.[8] custos. L.[9] iudex. L.[10] Veringus[11]. Wolfart. C. tenke. F. an dem …[12] Eber wrm. Vl. campanator. Monacenses. Merbot. Sibot de Pacharn. O. Z. F. Phanzelt (et alii)[13] quamplures.[14]

  1. Von anderer Hand.
  2. Vermutlich stand hier filius.
  3. Text verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  4. Text verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  5. Bei Bitterauf H(einricus).
  6. Text verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  7. Danach Plh.
  8. Bei Bitterauf Vl(ricus).
  9. Bei Bitterauf L(udowicus).
  10. Bei Bitterauf L(udowicus).
  11. Bitterauf ediert Vertingus.
  12. Verderbt durch Säure.
  13. Text verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  14. Danach Ch(onradus) frater, von anderer Hand, vermutlich Kanzleivermerk.
Ortsnamen im Kontext
(…) Irmgardis de Pacharn et eius … Fridericum Phanzelt pellificem de Monaco (…) H. prepositus Mosburgensis. (plebanus) de Pelhaim. (…) Monacenses. Merbot. Sibot de Pacharn. (…)

Pacharn: TF Hohenbachern (Gde. Freising, Lkr. Freising oder Bachern, Gde. Friedberg, Lkr. Aichach-Friedberg oder Bachern a. Wörthsee, Gde. Inning a. Ammersee, Lkr. Starnberg)
Monaco: München (krfr.St.)
Mosburg: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Pelhaim: TF Pellheim (Gde. Dachau, Lkr. Dachau)
Folio 34v-36v
Nachträge zum Zensualenbuch.

Das Ende des Basistextes auf f. 34v Z. 4 wird durch ein Randkreuz am linken Blattrand markiert. Es schließen sich Ergänzungen von Schenkungen und vollständigen Zensualverträgen sowie Notizen und kurze Namenaufzeichnungen von Freisinger Zensualen an, welche von verschiedenen Schreibern bis f. 36v unten zügig kopiert wurden. Die Folia 35 und 36 bilden ein Doppelblatt (Größe: 22 cm mal 14,5 cm), bei dem das Pergament am unteren Blattrand jeweils durch Stichlöcher, die vor der Beschreibung genäht wurden, beschädigt ist. Für eine zeitgleiche Verschriftlichung der Ergänzungen spricht vor allem der Textfluss von f. 34v auf f. 35 sowie von f. 35v auf f. 36. Auf f. 36v wurde der Beschreibstoff so eingeteilt, dass drei Dokumente, die offenbar als Authentica oder kopiale Zweitschriften einzeln vorlagen, kopiert werden konnten.

18. Text 1230.
TF 1796a
fol. 34v

fol. 34v

Ulrich Stollo, seine Frau und seine drei Söhne schenken Siegfried von Oberding mit fünf Pfennig Jahreszins zum Unterhalt der Kanoniker.

Notum sit Christi fidelibus[1] qualiter Vol(ricus) Stollo et uxor eius Diemudis et filii eius Sifridus[2] et Vol(ricus) et Heinricus tradiderunt Sifridum de Diengen ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani ad communem usum fratrum annuatim ad V denarios. Huius rei testes sunt. Fridericus Sappo. Volchalch celerarius. Chvono canonicus. Otto canonicus. Eberhardus canonicus.[3] Laicorum Chvn(radus) mactator. Hermannus granator. Heinricus et frater eius Chuon(radus). Vol(ricus) et Rvdolfus custodes et Vuolmarus. Chuon(radus) Sappo et Heinricus de Chlvos. Albertus. Dietmarus et frater eius Rvpertus. Heinricus. Wernherus. Chvon(radus) de Chirchtorf. Waltman. Heimo. Vol(ricus) de Stallenchirchn. Chvon(radus) de Wampoltsh(eim) et Heinricus socius.[4]

  1. Danach quod Sifridus de Dingn.
  2. Darüber Ermgardis, emendiert von späterer Hand.
  3. Notiz am linken Rand von späterer Hand: Canonici ad annum 1230.
  4. Vermutlich Personengemeinschaft mit den Zensualen von Oberding, vgl. auch TF 1796c, f. 34v-35.
Ortsnamen im Kontext
(…) qualiter Vol(ricus) Stollo et uxor eius Diemudis et filii eius Sifridus et Vol(ricus) et Heinricus tradiderunt Sifridum de Diengen (…) Chvon(radus) de Chirchtorf. (…) Vol(ricus) de Stallenchirchn. Chvon(radus) de Wampoltsh(eim) et Heinricus socius.

Diengen: TF Oberding / Niederding (Gde. Oberding, Lkr. Erding)
Chirchtorf: TF Kirchdorf (Kirchdorf, Gde.Kirchdorf , Lkr. Mühldorf a. Inn oder Kirchdorf, Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
Stallenchirchn: TF Oberstollnkirchen / Unterstollnkirchen (Gde. Dorfen, Lkr. Erding)
Wampoltsh(eim): TF Wampeltsham (Gde. Dorfen, Lkr. Erding)
19. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1230
TF 1796b
Ulrich von München, Diener des Ortolf von Zirl, ist Freisinger Zensuale.

Item[1] sciant omnes Christi fideles quod Volricus de Mvnichen servus domni Ortolfi de Zîrle censualis est sancte Marie ad V denarios.

  1. Absatzzeichen, Text von gleicher Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Volricus de Mvnichen servus domni Ortolfi de Zîrle (…)

Mvnichen: München (krfr.St.)
Zîrle: TF Zirl (Gde., PB Innsbruck)
20. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1230
TF 1796c
Memorialstiftung des Heinrich von Notzing am linken Altar der Domkirche durch Schenkung eines Brüderpaars zu je fünf Pfennig Jahreszins.

Sciant[1] omnes Christi fideles quod Heinricus de Notzingen pro remedio anime sue tradidit ad sinistrum cornu altaris beate Marie virginis Frisinge duos fratres Heinricum et Ottonem sub annuo censu quinque denarios ad idem cornu fideliter persolvendo.[2] Testes. Hermannus de Dingen[3]. Sighardus tabernarius et eius filii Gebhardus et Heinricus de Diengen. Heinricus de Dingen[4] filius pellificis. Gebhardus incisor de inferiori Dingen. Heinricus filius patrui duorum fratrum H(einrici) et Ottonis. Samson medicus.

  1. Absatzzeichen, Text von anderer Hand.
  2. Hier endet f. 34v. Drei Zeilen Randnotiz von zwei Händen.
  3. Über der Zeile de Dingen von gleicher Hand nachgetragen; die Stiftung erfolgte im Beisein der Personengemeinschaft von Dingen/Notzing.
  4. Über der Zeile de Dingen von gleicher Hand nachgetragen.
Ortsnamen im Kontext
(…) Heinricus de Notzingen (…) Hermannus de Dingen. Sighardus tabernarius et eius filii Gebhardus et Heinricus de Diengen. Heinricus de Dingen filius pellificis. Gebhardus incisor de inferiori Dingen. (…)

Notzingen: TF Notzing (Gde. Oberding, Lkr. Erding: Schloss)
Dingen: TF Oberding / Niederding (Gde. Oberding, Lkr. Erding)
Diengen: TF Oberding / Niederding (Gde. Oberding, Lkr. Erding)
inferiori Dingen: TF Niederding (Gde. Oberding, Lkr. Erding)
21. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1230
TF 1796d
fol. 35

fol. 35

Gotfried und Elisabeth von Ottershausen schenken Konrad und seinen Neffen Eberhard mit fünf Pfennig Jahreszins dem linken Altar der Domkirche.

Sciant[1] omnes Christi fideles quod Gotfridus de Othershusen[2] et Elisabeth uxor sua tradiderunt ad sinistrum cornu altaris beate Marie Frisingensis Cvonradum et eius nepotem Eberhardum ad quinque denarios annuatim.

  1. Absatzzeichen, Text von anderer Hand.
  2. de Othershusen über der Zeile von gleicher Hand nachgetragen.
Ortsnamen im Kontext
(…) Gotfridus de Othershusen et Elisabeth uxor sua (…)

Othershusen: TF Ottershausen (Gde. Haimhausen, Lkr. Dachau)
22. Text 1180
TF 1797a
Konrad von Kirchkagen übergibt Friedrich von Seysdorf dem rechten Altar der Domkirche unter der Bedingung, dass er selbst die fünf Pfennig Jahreszins erhält.

Sciant[1] presentes tam futuri quod Chunradus de Kagen delegavit ad cornu sancte Marie dextrum Fridericum de Seidestestenhusen[2] de pactu eodem delegavit quatenus istem Fridericus singulis annis ad dexxterum[3] cornum sancte Marie V denarios persolveret. quinto sibi retento denario. Huius rei testestestes[4] sunt.[5] Pernhardus de Rvbelstorff. Haeinrich de Kagen. Wernhart de Kagen. Chvnrat de Nivfaren[6]. Haeinrich de Nivfaren. Timo de Saeistenhusen. Friderich de Seistenhusen. Maeinhart de Nivfarem. Heinrich Wahtaer.

  1. Text von anderer Hand. Kopiale Abschrift, vielleicht von einem Schüler des Scriptoriums als Schreibübung angefertigt; da das Kürzungssystem jedoch perfekt beherrscht wird, könnte es auch ein betrunkener (?) Schreiber gewesen sein.
  2. Schreibfehler, gemeint ist Seistenhusen, identifiziert von Bitterauf als Seysdorf, Gde. Au i. d. Hallerdau, Lkr. Freising.
  3. Schreibfehler, gemeint ist dexterum.
  4. Schreibfehler, gemeint ist testes.
  5. Randnotiz rechts von späterer Hand: ad annum 1180.
  6. Korrumpiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Chunradus de Kagen (…) Fridericum de Seidestestenhusen (…) Pernhardus de Rvbelstorff. Haeinrich de Kagen. Wernhart de Kagen. Chvnrat de Nivfaren. Haeinrich de Nivfaren. Timo de Saeistenhusen. Friderich de Seistenhusen. Maeinhart de Nivfarem.

Kagen: TF Kirchkagen (Gde. Obertaufkirchen, Lkr. Mühldorf a. Inn)
Seidestestenhusen: TF Seysdorf (Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Rvbelstorff: TF Reibersdorf(Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn)
Nivfaren: TF Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
Saeistenhusen: TF Seysdorf (Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Seistenhusen: TF Seysdorf(Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Nivfarem: TF Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
23. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1241
TF 1797b
Zensualen des rechten Altars der Domkirche aus Obergeislbach, Haunwang und Landau an der Isar.

Posteritati cuncte innotescat quod Chunradus de Gislpach et Chungunt mater eius sunt censuales sancte Marie sanctique Corbiniani Frisinge ad dexterum cornu altaris.[1]

Censuales de Hunwanch. Mathilt. Perctolt.[2]

Hainricus Oetinger[3] de Landauue censualis ad V denarios.

Alheit.[4] Levkart. Hilta. Levkardis et Volricus filius eius de Hernshusen sunt censuales sancte Marie ad V denarios. Maehilt. Pertholt. Dietmar. Wigman. Wilhalm. Volrich. Maethilt. Volrich. Volrich. Hatzega. Sifrid. Williburgis. Alhait.

  1. Das folgende von anderen Händen.
  2. Das „c“ ist emendiert über der Zeile.
  3. Emendiert über der Zeile, von gleicher Hand.
  4. Bei Bitteraufals Marginalie zu TF 1802 (mit f. 35v fälschlich statt f. 35) eingereiht.
Ortsnamen im Kontext
(…) Chunradus de Gislpach et Chungunt mater eius (…)
Censuales de Hunwanch. Mathilt. Perctolt.
Hainricus Oetinger de Landauue censualis (…)

Gislpach: TF Obergeislbach(Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
Hunwanch: TF Haunwang (Gde. Eching, Lkr. Landshut)
Landauue: TF Landau a. d. Isar (Gde., Lkr. Dingolfing-Landau)
24. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1241
TF 1797c
fol. 35v

fol. 35v

Adelheid von Aich und weitere Zinsleute am linken Altar.

Notum[1] sit omnibus Christi fidelibus quod Alhaidis de Aicha est censualis sancte Marie ad sinistrum cornu altaris ad prebendam dominorum. Alhaidis. Gedrud. Hainricus. Volricus. Mahthilt. Mahthilt sunt censuales sancte Marie.

Arnoldus. Hainricus sunt censuales sancte Marie ad prebendam dominorum.

  1. Text von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Alhaidis de Aicha (…)

Aicha: TF Aich (Aich, Gde. Moosburg a. d. Isar oder Aich, Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising; oder Aich, Gde. Fürstenfeldbruck, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Aich, Gde. Forstinning, Lkr. Ebersberg oder Aich, Gde. Oberpframmern, Lkr. Ebersberg oder Aich, Gde. Dorfen, Lkr. Erding oder Aich, Gde. Isen, Lkr. Ebersberg oder Aich, Gde. Taufkirchen (Vils), Lkr. Erding)
25. Text Datierung nach Bitterauf 1227-1241
TF 1797d
Mathild von Obermarchenbach und ihre Töchter Adelheid und Wilburg begeben sich in den Schutz von Freising gegen fünf Pfennig Jahreszins, ebenso Konrad, Richer und Mathild von Obergeislbach, die sich frei gekauft haben.

Mahtildis[1] filia Geisele de Wanchenpach tradidit se beate Marie et sancto Corbiniano ad communem utilitatem eorum[2] in censu V denariorum. Hoc fecit etiam Alhaidis cum liberis suis fila[3] predicte Mahtildis. Wilburgis etiam que est filia predicte Mahtildis ad predictum censum tenetur. Chuonradus. Richerus. Mathildis de Geiselpach qui erant Seifrigi de Geiselpach redimerunt se a predicto Seifrido tradidentes se sancte Marie et sancto Corbiniano hac usi condicione ut nullus deinceps valeat aut debeat ipsos alicui hominum infeudare.[4]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Emendiert über ea, im Text über der Zeile.
  3. emeint ist filia.
  4. Wichtige Vokabel zum Textverständnis: infeudare.
Ortsnamen im Kontext
(…) Mahtildis filia Geisele de Wanchenpach (…) Mathildis de Geiselpach (…) Seifrigi de Geiselpach (…)

Wanchenpach: TF Obermarchenbach (Gde. Haag a. d. Amper, Lkr. Freising)
Geiselpach: TF Obergeislbach (Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
26. Text Datierung nach Bitterauf 1241
TF 1797e
Bestätigung des bischöflichen Rechtsbeistands für Haunsbacher Zensualen des Domkapitels zu fünf Pfennig Jahreszins.

Isti[1] sunt censuales ecclesie sancte Marie ad V denarios in communem usum canonicorum. Cuonradus et Daniel et Hanricus et Alhadis de Hvnsbach et ipsorum advocatus nemo erit nisi episcopus eiusdem ecclesie.[2]

Hainricus[3]de Hvmbel. Richgardis.[4]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Danach von anderer Hand.
  3. „H“ emendiert über der Zeile.
  4. Mit Schreibervermerk (eventuell Abkürzung für censuales).
Ortsnamen im Kontext
(…) Cuonradus et Daniel et Hanricus et Alhadis de Hvnsbach (…)
Hvnsbach: TF Haunsbach(Gde. Elsendorf, Lkr. Kelheim)
Hvmbel: TF Oberhummel (Gde. Langenbach, Lkr. Freising)
27. Text TF 1798a
Der Kanoniker Rudolf von Reibersdorf und seine Schwester Gerbirg übergeben vor illustrem Zeugenkreis dem Hochstift verschiedene, dem Rudolf auf Lebenszeit gehörende Personengruppen mit ihren Kindern und Verwandten, welche nach seinem Tod jährlich fünf Pfennig Zins zum Unterhalt der Kanoniker leisten.

Notum[1]sit omnibus Christi fidelibus tam presentibus quam futuris quod Ruodolfus de Rubelstorf canonicus Frisingensis et soror sua Gerbirgis tradiderunt ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani Frisinge duos fratres Purchardum de Vering et Hermannum et eius sorores Willibirch[2]. Alhait[3]. Herburch. Vlricum de Ianschirchen[4] et eius uxorem Peritham et sorores eius Irmigardis et Mahthildis et eius sororium Hainricum et eius fratruelem Fridericum et eorum posteritas Hainricum de Eglolving et eius uxorem Hiltigart et liberos eorum Diemuodem de Riede et liberos eius sororium eius Hainricum et eius sororem Alhaidim. Gerbirgim de Sliers et eius liberos Meînhart et eius fratres et eius cognatiam.[5] Hainricum de Rubelstorf et eius cognatiam. Irmigardim de Rubelstorf et eius liberos et totam eius cognatiam ea conditione ut predictus Rvodolfus possideat eos tempore vite sue eo autem mortuo ipsi annuatim persolvant V denarios ad communem prebendam dominorum absque omni advocatia.[6]Testes. Eberhardus[7] decanus. Eberhardus scolasticus. Dominus Otto Sappo. Dominus Hainricus de Pevtelpach. Dominus Haertnidus. Dominus Vlscalcus prepositus sancti Viti. Dominus Hermannus de Staufen. Liberi de Weilhaim. Eberhardus et Bernhardus. Magister Piligrimus. Rapoto. Volricus custos scolaris. Ortolfus. Chunradus. Laici. Hainrich et Volricus custodes. Otto Troner[8]. Hainrich Chienbergaer. Hainrich Stolzil[9] et alii quamplures.

  1. Text von anderer Hand; Absatzzeichen am linken Rand, von späterer Hand: sub 1249, korrumpiert zu 1242.
  2. Darüber I puerum.
  3. Darüber III liberos.
  4. Die folgende Ergänzung bis Mahthildis ist am rechten Blattrand von zwei Händen nachgetragen.
  5. Hier endet f. 35v, danach eine Zeile Randnotiz von anderer Hand, möglicherweise weitere Haunsbacher Zensualen: Hailcca. Hainrich. Levcart. Wevtta. Rainrat.- Nach Meînhart Pergamentriss genäht.
  6. Danach von anderer Hand.
  7. Am rechten Rand von späterer Hand: canonici.
  8. Danach et eius uxor.
  9. Hier wurde „z“ emendiert aus „c“.
Ortsnamen im Kontext
(…) Ruodolfus de Rubelstorf canonicus Frisingensis (…) Purchardum de Vering (…) Vlricum de Ianschirchen (…) Hainricum de Eglolving (…) Diemuodem de Riede (…) Gerbirgim de Sliers (…) Hainricum de Rubelstorf (…) Irmigardim de Rubelstorf (…) Dominus Hainricus de Pevtelpach. (…) Dominus Vlscalcus prepositus sancti Viti. Dominus Hermannus de Staufen. Liberi de Weilhaim. Eberhardus et Bernhardus. (…) Hainrich Chienbergaer. (…) |

Rubelstorf
: TF Reibersdorf (Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn)
Vering: TF Oberföhring (Stadteil von München)
Ianschirchen: TF Johanneskirchen (Gde. Vilsbiburg, Lkr. Landshut)
Eglolving: TF Eglfing (Gde. Haar, Lkr. München)
Riede: TF Ried (Gde. Anzing, Lkr. Ebersberg)
Sliers: TF Schliersee (Gde., Lkr. Miesbach)
Pevtelpach: TF Außerbittlbach (Außerbittlbach, Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
sancti Viti: Kollegiatsstift St. Veit
Staufen: TF Stoffen (Gde. Pürgen, Lkr. Landsberg a. Lech)
Weilhaim: TF Weilheim (Gde., Lkr. Weilheim-Schongau)
Chienberg: Ober(Unter-)chienberg (Oberkienberg, Gde. Allershausen, Lkr. Freising)
28. Text 1230 - 1240
TF 1798b
fol. 36

fol. 36

Uta von Zell begibt sich mit ihren Kindern in den Schutz von Freising.

Notum[1] sit Christi fidelibus quod Vota de Cella se cum omni sua posteritate liberam conditionem super altare sancte Marie donavit. cuius posteritatis hii sunt. Hailca. Walteich. Dimuot. Ludwik. Chuonrat. Perta.

  1. Text von anderer Hand. Am rechten Rand später nachgetragen: circa annum 1230 ad 1240.
Ortsnamen im Kontext
(…) Vota de Cella (…)

Cella:
TF Preinerszell (Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
29. Text Datierung nach Bitterauf 1241
TF 1798c
Fritelo schenkt Zensualen aus Zorneding und ihre Nachkommen zu fünf Pfennig Zins.

Isti[1] sunt censuales ecclesie sancte Marie ad V denarios in comunem usum canonicorum[2] quos quidam nomine Frirelo[3] liberam conditionem in usum supra scriptum donavit quorum nomina haec sunt. Alhait. Hainrich. Diemut cum omnibus heredibus suis.[4]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Am rechten Rand von späterer Hand nachgetragen: De Zorngoltingen (Zorneding, Lkr. Ebersberg).
  3. Bitterauf ediert Fritelo.
  4. Absatzzeichen am linken Rand, das Folgend von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
De Zorngoltingen: TF Zorneding (Lkr. Ebersberg).
30. Text nach Bitterauf um 1241
TF 1798d
Memorial- und Familienstiftung der Irmgard von Gütlsdorf und ihres Sohnes Ulrich über 15 Pfennig Jahreszins von ihrem Besitz in Gütlsdorf zum Unterhalt der Kanoniker, der auch von ihren Erben zu leisten ist.

Notum sit omnibus Christi fidelibus quod domina Irmigardis et eius filius Volricus de Gumpetendorf predium suum in eadem villa situm pro remedio animarum suarum nec non suorum progenitorum tradiderunt ad altare sancte Marie Frisinge ad comunem usum canonicorum eiusdem ecclesie sub annuo censu XV denariorum et proximus heres de illa consanguinitate habibit illud predium et persolvet inde censum prememoratum annuatim. Testes. Engelmarus faber de Povmgarten. Heinricus de Aeindorf. Diepolt et alii quamplures.
Ortsnamen im Kontext
(…) Irmigardis et eius filius Volricus de Gumpetendorf (…) Engelmarus faber de Povmgarten. Heinricus de Aeindorf. (…)

Gumpetendorf: TF Gütlsdorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Povmgarten: TF Baumgarten (Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising)
Aeindorf: TF Andorf (Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising)
31. Text 8. Februar 1241
TF 1799
fol. 36v

fol. 36v

Konrad Sappo übergibt Gertrud und ihre Kinder, die ihm Heinrich von Rammertshofen geschenkt hat, dem linken Altar der Domkirche mit fünf Pfennig Jahreszins; er dient dem Unterhalt der Kanoniker und ist zu Mariä Geburt zu leisten. Ebenso tradiert sich der Vater der Kinder an Freising, der Gerber Konrad von Gramling.

Kopial überliefertes Protokoll des Rechtsaktes.[1] Auffällig ist die Anwesenheit zahlreicher Handwerker unter den Zeugen.

  1. Text teilweise durch Wasserschaden verderbt.


Notum sit omnibus Christi fidelibus quod Cvonradus Sappo homines quos habuit ex donatione Heinrici de Ramshowe videlicet Gerdrut et eius pueros Heinricum et Maethildam tradidit ad altare sancte Marie et sancti Corbiniani in sinistrum cornu ad censum V[1] denariorum in nativitate beate virginis annuatim persolvendorum ad usum canonicorum. Item Cvonradus coriarius[2] de Gramluk pater predictorum puerorum cum esset libere conditionis obtulit se ad altare beate Marie sub predicta forma V denariorum in comunem usum capituli Frisingensis.

Suprascriptam traditionem de Gerdrude et eius pueris nec non tota eorum posteritate seu parentela fecit Cvonradus Sappo. Anno domini millesimo CCXLI VI id. febr.[3] Testes sunt hi. Vto prepositus. Eberhardus decanus. Eberhardus scolasticus. Eberwinus. Hartnidus. Heinricus de Mosa. Gerwicus de Swebingen. canonici Frisingenses. Dietmarus canonicus Mosburg(ensis). De laicis. Cvonradus pincerna de Humbel. Siboto. item Siboto de Pach. Pernhart decimator de Leyching[4]. Albero Tellinger. Heinricus dux [5] carnifex[6]. Wernherus carnifex[7]. Albertus pellifex. Albertus coriarius. Heinricus Noppil. Heinricus Leker. Volricus der hirta(r)e[8]. Heinricus Gressinc. Cvonradus calciator et alii quamplures.

  1. Darüber: quinque.
  2. Darüber: ythere.
  3. Am linken Rand von späterer Hand nachgetragen: 1241 canonici. 8. Februar 1241, bei Bitterauf fälschlich 10. Februar.
  4. Über dem Text nachgetragen.
  5. Durch Wasserschaden schlecht lesbar.
  6. Über dem Text nachgetragen.
  7. Über dem Text nachgetragen.
  8. Durch Wasserschaden verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
Ortsnamen im Kontext
(…) Heinrici de Ramshowe (…) Cvonradus coriarius de Gramluk (…) Heinricus de Mosa. Gerwicus de Swebingen. canonici Frisingenses. Dietmarus canonicus Mosburg(ensis). De laicis. Cvonradus pincerna de Humbel. (…) item Siboto de Pach. Pernhart decimator de Leyching. (…)

Ramshowe:
TF Rammertshofen (Gde. Egenhofen, Lkr. Fürstenfeldbruck)
Gramluk: TF Gramling (Gde. Vierkirchen, Lkr. Dachau)
Mosa: TF Moosach (Moosach, Gde. Lkr. Ebersberg, oder Moosach, Stadtteil von München)
Swebingen: Schwabing (Stadtteil von München)
Mosburg: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Humbel: TF Oberhummel (Gde. Langenbach, Lkr. Freising)
Pach: TF Langenbach (Gde. Lkr. Freising)
Leyching: TF Lailling (Gde. Otzing, Lkr. Deggendorf); nach Wallner, Namenregister II, Nr. 312, Loiching (Gde., Lkr. Dingolfing-Landau)
32. Text 29. September 1241
TF1800a
Perthold von Oberndorf, seine Frau Herburg und ihr Sohn Ruodger schenken Eigenleute dem linken Altar der Domkirche mit einem Pfennig Zins, zu leisten zu Mariae Geburt.

Sciant[1] omnes Christi fideles quod Pertoldus cum uxore sua Herburga et filio suo Rvodegero de Obrindorf suos proprios homines Pertoldus. Gysel. Mergart. Alheit.[2] Pertham tradiderunt sancte Marie et beato Corbiniano in sinistrum cornu altaris ad usum canonicorum sub censu unius denarii dandi in nativitate beate virginis. Acta sunt hec anno gratie millesimo CCXLI III. kal. octobris. Testes.[3]Eberhardus decanus. Fridericus taurus. Eberwinus et alii canonici Frisingenses. Siboto canonicus sancti Andree. Richerus de Mundrichingen chastenarius. Wernherus preco de Verin. Volricus. Heinricus custodes et alii quamplures.[4]

Namenliste von Zensualen.
Vilbirc[5]. Dimvt. Azal. Hainrich. Vlrich.[6] … Diemuot. Hainrich. Diemuot.

  1. Absatzzeichen am linken Rand.
  2. Hierzu Randnotiz von anderer Hand (12. Jh.): Ch(uno) filius Alheidis de Nivwenhûsen pro censu V denariorum.
  3. Am linken Rand von späterer Hand nachgetragen: canonici.
  4. Notiz am rechten Rand von anderer Hand: 1241.
  5. Von anderer Hand.
  6. Danach Textlücke.
Ortsnamen im Kontext
(…) Pertoldus cum uxore sua Herburga et filio suo Rvodegero de Obrindorf (…) Siboto canonicus sancti Andree. Richerus de Mundrichingen chastenarius. Wernherus preco de Verin. (…)

Obrindorf: TF Oberndorf (Gde. Altomünster, Lkr. Dachau)
Mundrichingen: TF Mintraching (Gde. Neufahrn b. Freising, Lkr. Freising)
Verin: TF Oberföhring (Stadteil von München)
33. Text 9. Mai 1242
TF1800b
Der Kanoniker O. Sappo schenkt seinen Hörigen Herbord zu fünf Pfennig Jahreszins, wovon ihm einer zusteht.

Donatio O. Sapponis.[1]

Universorum noticie innotescat quod O. canonicus Frisingensis dictus Sappo donavit servum suum Herbordum titulo pensionali in communem usum dominorum huiusmodi addita condicionem ut ipse annuatim V denarios persolvat eisdem unus autem huic restituatur. Testes autem huius donationis sunt hii. Eberhardus scolasticus Frisingensis. Haertnidus. Eberwinus Mosahensis. Hainricus. F. vicedomnus canonici eiusdem ecclesie. C. plebanus Monacensis. De laicis. Hainricus iudex. Hainricus Perchusensis. H. Chrenzelinus. H. Pvrensis. Otto Schraghuot. S. Hvnzpalch. Hainricus Dux. F. Pogenensis. Hainricus custos. F. schrotarius. Dietricus consobrinus magistri Waltheri coci. Datum in die assensionis cantata nona presentibus hiis qui sunt nominati.[2]

  1. Eintrag am linken Rand vom Schreiber des folgenden Textes.
  2. Darunter Randnotiz von späterer Hand: circa an(num) 1250.
Ortsnamen im Kontext
(…) Eberhardus scolasticus Frisingensis. Haertnidus. Eberwinus Mosahensis. Hainricus. (…) C. plebanus Monacensis. (…) Hainricus Perchusensis. (…) H. Pvrensis. (…). F. Pogenensis. (…)

Frisinga/e/en:
Freising (Gde., Lkr.)
Mosah: TF Moosach (Moosach, Gde., Lkr. Ebersberg, oder Moosach, Stadtteil von München)
Monaco: München (krfr.St)
Perchusen: TF Ober(Unter)berghausen (heute nur Unterberghausen: Gde. Marzling, Lkr. Freising)
Pvren(sis): TF unbestimmbar
Pogen(ensis): TF unbestimmbar, eventuell Bogen (Gde., Lkr. Straubing-Bogen)
Folio 37 / 37v
34. Text nach Bitterauf 1022-1031
TF 1396
Der rechteckige Zettel (Größe: 10,8 cm mal 14,3 cm) enthält auf der heutigen Vorderseite die folgende Tauschurkunde. Der Text wurde von einer Hand schmucklos geschrieben. Der breite, leere untere Rand lässt auf eine vorgesehene Besiegelung schließen, die nicht mehr erfolgte bzw. nicht mehr vorhanden ist (vgl. den Einschnitt zur Siegelbefestigung unten mittig). Allerdings könnte hier auch die Rückseite des vielleicht älteren Brieffragments (heute f. 37v) benutzt worden sein, um eine Kopie über das Tauschgeschäft des Hochstiftshörigen mit dem Abt von Weihenstephan anzufertigen und separat zu verwahren, da dieses Rechtsgeschäft das Hochstift nur indirekt betraf. Der Hinweis auf die Zustimmung Bischof Egilberts verweist in die Zeit seiner Regierung (1006-1039). Auch paläographisch ist die Zuordnung des Zettels ins 11. Jahrhundert möglich. Die Textunterschrift „sub Egilberto Episcopo“ (gekürzt) ist von derselben frühneuzeitlichen Hand geschrieben wie die gleichlautende Textüberschrift zur Kopie dieses Tauschvertrages im Codex Commutationum f. 275, auf welche die Notiz am unteren Blattrand verweist.
fol. 37

fol. 37

Abt Arnolt von Weihenstephan tauscht von dem Hörigen des Hochstifts Eparmunt 60 Joch in Sünzhausen gegen 40 andere in Ober (Unter-)strogn.

Authenticum. Zweitschrift.

Notum sit omnibus Christi fidelibus presentibus scilicet atque futuris qualiter placuit atque convenit inter venerabilem abbataem[1] monasterii sancti Stephani Arnolt dictum et quendam Frisingensis ecclesiae (servum)[2] N(omine) Eparmunt quandam commutationem facere quam et fecerunt. Tradidit namque idem Eparmunt cum manu advocati sui Uodalscalchi de quodam sui iuris predio in villa Sindishusa dicta situ cum curtifero et arrial(…)li[3] terra pratisque nec non cum lignorum copiam iugera LX in manum predicti abbati et advocati sui Isangrimi ad altare sancti Stephani perpetuo existendum. E contra predictus abbas in manu prenotati advocati sui in loco Stroga dicto cum curtifero et arabili terra iugera XL eidem servo in proprietatem rettradidit. Et id actum est cum consilio et consensu Egilberti Frisingensis ecclesie episcopi et advocati sui Uo(dalscalchi) nec non abbatis sancti Stephani advocatique sui cum utriusque ecclesiae pene tota familia. Testes huius rei nobiles. Gerolt. item Gerolt. item Gerolt. Gotapolt. Maganus. Deiterich. De familia. Deapreht. Pezeli. item Pezili. Willirich. Chuonrat. Eparmunt.

  1. Bitterauf ediert abbatem.
  2. Dieses Wort fehlt. Vgl. die Textedition bei Bitterauf nach Cod. B f. 275.
  3. Verderbt. Schreibfehler, Bitterauf ediert arabili.
Ortsnamen im Kontext
(…) abbataem monasterii sancti Stephani Arnolt dictum et quendam Frisingensis ecclesiae (…) predio in villa Sindishusa (…) in loco Stroga dicto (…) Egilberti Frisingensis ecclesie episcopi (…)

monasterii sancti Stephani: Weihenstephan (Gde. Freising; Lkr. Freising)
Frisinga/en: Freising (Gde., Lkr.)
Sindishusa: TF Sünzhausen (Gde. Freising, Lkr. Freising)
Stroga: TF Oberstrogn / Unterstrogn (Gde. Bockhorn, Lkr. Erding)
35. Text Vermutlich 11. Jahrhundert
Brieffragment.
fol. 37v

fol. 37v

De utriusque uite merito. Ad insignis domini gradum prouecto. S(u)us pristinus fidelis gemine integritatem devocionis. Magna quidem et plurima uere beneficia suscepi domine largitatis qui nullius meriti gratia ultro mihi scilicet exbi(…)is (s?)uadere si mihi possibilitas debitum uobis persoluere sufficeret. Ad (iur?)ia quidem (……) prouocaret. Ceterum mea (...)ario digne facultatibus capet (?) talionis scilicet cum dix(…)…………vos provexit ………. . Si autem alicuius peccato(…) ………….(…)gnaretur sp(…)t(..)le …praemium per assiduam ora(..) …..vobis procul dubio prosc(ribo). Si autem…quantum leuis sciretis (?) ex……………………devocionis mee promptis........per quae testimonium ……………dileccionis f(ra)tri namque quos dei gratia aliquam donavit dignitate amicos aliquot (…) (iun)iores solent …are. Hoc autem huiusce modi.
Folio 38
Der unegale Zettel (Größe: ca. 8,5 cm mal 19 cm) gehörte sicher zu Pergamentresten, die beim Zuschnitt von Lagenpergament als Flecken übrig blieben und für die Aufzeichnung kurzer Mitteilungen und Skizzen gesammelt und bereit gehalten wurden. Hier dürfte es sich um die Erstaufzeichnung der Freisinger Legaten vor Ort handeln, nachdem sie mit dem Älpler Grimold die Besitzrechte über Alpweiden in Gröden und Buchenstein, nördlich der Sellagruppe, festgelegt hatten. Die Rückseite blieb unbeschrieben.
36. Text 11. Jahrhundert ?
TF 1482
fol. 38

fol. 38

Übereinkunft des Grimold mit Freisinger Gesandten über Besitzrechte in den Alpen.

Authenticum (11. Jahrhundert ?).

(Convencio in)ter[1] legatos Frisingenses et Grimoldum de alpibus. Ea pars montis Abliu (que)[2] municipium eius atingit quamque in presenciarum sive pro feudo sive iure proprietatis tenet Grimoldo cedat reliqua pars que duplo maior est Frisingense. Abdicavit etiam prefatus G. omnem iurisdictionem montis Cauaz a termino usque a(d)[3] terminum quam habuit sive iure proprietatis sive iure conmunicandi et[4] de monte intercipiis[5] pars que a iugo eiusdem montis in planum respicit pratum videlicet Frisingense superior pars G. reliqua ad conmune(m) usum similiter[6]. De monte vero Adril pars quod in totum cedat Frisinge.[7]Super hac conventione pro nuncio ego Mar(ti)[8] (preco)[9] si ita constiterit[10] quod nec ego neque aliquis de concolonis meis in Leuan debebimus vel poterimus ocasionem obtendere[11] quin solvamus debitum servitium pro iure alpium. idem Suluan. idem Maltman. idem Adalpreht. idem Adalpreht alter. Wolfpreht. idem Marti. idem Peder. idem Iannes. idem Willefrit.

  1. Verderbt, Text nach Bitterauf.
  2. Verderbt, Text nach Bitterauf.
  3. Verderbt, Text nach Bitterauf.
  4. Emendiert.
  5. Nachtrag von pars bis usum am unteren Blattrand.
  6. Durchgestrichen.
  7. Im Text ein Absatzzeichen.
  8. Ergänzt nach Bitterauf.
  9. Verderbt, Text nach Bitterauf.
  10. „s“ emendiert.
  11. „b“ emendiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Grimoldum de alpibus. (…) montis Abliu (…) montis Cauaz (…) De monte vero Adril (…) ego Mar(ti) (…) nec ego neque aliquis de concolonis meis in Leuan (…)

Alpes: Alpen
Abliu mons: TF unbestimmt,
Adril mons: TF unbestimmt; Wallner, Namenregister I, Nr. 3, Almen oder Berge nach Riezler nw. von Buchenstein in der Sellagruppe, viell. der Siefsattel n von Pieve di Livinallongo, Prov. Belluno.
Cauaz mons: TF unbestimmt; Wallner, Namenregister I, Nr. 93, identifiziert hier Cavazes, Alpweiden in Gröden (vgl. Plan, HJb 31, 638 mit ausführlichen Belegen in der Nähe des von Riezler QENF 5, 943 dafür angeführten Piz Ciavazes).
Leuan: TF Lajen/Laion (Provinz Bozen, I); vgl. Wallner, Namenregister II, Nr. 316; Riezler identifiziere den Ort mit Buchenstein nördlich der Marmolata.
Folio 39v
Die drei auf den Folia 39- 40v kopial überlieferten Texte sind auf ein kleines, mittig geknicktes querformatiges Doppelblatt (Größe: 12 cm mal 19 cm) geschrieben worden. Jedoch entspricht die heutige Foliierung weder der damaligen Verschriftlichungspraxis und Textkomposition noch der früheren Aufbewahrung des Blattes; denn zunächst dürfte der Text über die Aufzeichnung des Gebietes von Groß- (Klein)pienzenau auf einem Gerichtstag des Freisinger Vogtes Otto zur Zeit Bischof Meginwards (1078-1098) auf den Innenseiten des Doppelblattes (heute als Außenseiten mit f. 39 und f. 40v paginiert) festgehalten worden sein (vgl. Text f. 40v- 39 mit Textbeginn auf f. 40v). Dieses ist das zentrale und auch das älteste der drei Dokumente. – Auf den zunächst freien, äußeren Seiten (heute die Innenseiten f. 39v und f. 40) wurde dann je ein weiterer, singulärer Text aus der Zeit Bischof Heinrichs kopiert. Hierbei dürfte es sich um authentische Zweitschriften handeln. Das Blatt befand sich zur Zeit Meichelbecks noch im Codex Commutationum.
37. Text nach 1098
TF 1504
fol. 39v

fol. 39v

Sigifrith von Vaterstetten erreicht in Anwesenheit adeliger Zeugenschaft die Freilassung seiner Gattin Christina aus der „familia“ des Bischofs Heinrich (1098-1137) durch Schenkung von sechs Hörigen.

Authenticum. Kopiale Zweitschrift.

Notum sit omnibus Christi fidelibus futuris et presentibus quod quidam de familia Sigifrith de Vatersteten per manum fideiussoris sui Isanrici tradidit et delegavit ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani sex mancipia utriusque generis ea conditione ut uxor sua Christina eiusque posteritas ab omni servili ope libera in perpetuum maneret. presente et annuente Herico episcopo patrante Ottone advocato. taleque pactum his testibus est confirmatum. De nobilibus Willehalm de Hoba. Perrichtolth et Wolfheri de Tegriuvâch. Uodalrich de Uoste. Adalhart et frater eius Isingrim et Mâhtuni et Hartuvich de Marcilingen. Aribo de Guotichinhusen. Weilanth de Isana. Wolfheri filius Lanzonis et Deginhart de Frisingen. ipse Sigifrith de Vatersteten.

Confirmatio und Zusatzschenkung durch seinen Neffen Fridericus.

Et ut huius rei pactio confirmatio stabilis et rata in perpetuo maneret traditum est et delegatum ad predictum altare sancte Marie sanctique Corbiniani a Friderico nepote predicti Sigefridi predium quod in proprietatem possederat ad Uodalhartesteten presente et consenciente Domino Hainrico episcopo patrante et favente Ottone advocato astantibus et conlaudantibus ministris ecclesie qui eiusdem rei testes sunt. Isenrihc de Lohchirchen et filius eius Hainrihc. Pabo de Prunnen. Rvotlant de Pubenhusen. Rvodolf de Alpherisdorf. Eberhart de Hangentenhaim. Perhtolt de Uualchvonspahc.

Ortsnamen im Kontext
(…) Sigifrith de Vatersteten (…) De nobilibus Willehalm de Hoba. Perrichtolth et Wolfheri de Tegriuvâch. Uodalrich de Uoste. Adalhart et frater eius Isingrim et Mâhtuni et Hartuvich de Marcilingen. Aribo de Guotichinhusen. Weilanth de Isana. Wolfheri filius Lanzonis et Deginhart de Frisingen. ipse Sigifrith de Vatersteten.
(…) a Friderico nepote predicti Sigefridi predium quod in proprietatem possederat ad Uodalhartesteten (…) Isenrihc de Lohchirchen et filius eius Hainrihc. Pabo de Prunnen. Rvotlant de Pubenhusen. Rvodolf de Alpherisdorf. Eberhart de Hangentenhaim. Perhtolt de Uualchvonspahc.


Vatersteten: TF Vaterstetten (Gde., Lkr. Ebersberg)
Hoba: TF Hub (Hub, Gde. Steinhöring, Lkr. Ebersberg oder Hub, Gde. Hörgertshausen, Lkr. Freising und diverse andere)
Tegriuvâch: TF Wasentegernbach (Gde. Dorfen, Lkr. Erding) oder Tegernbach (Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising)
Uoste: TF Ast (entweder Ast, Gde. Aßling, Lkr. Ebersberg oder Ast, Ortsteil von Freising, Lkr. Freising) oder Dürnast(Ortsteil von Freising, Gde., Lkr.)
Marcilingen: TF Marzling (Gde., Lkr. Freising)
Guotichinhusen: TF Giggenhausen (Gde. Neufahrn b. Freising, Lkr. Freising)
Isana: TF Isen (Gde., Lkr Erding)
Frisingen: Freising (Gde., Lkr.)
Uodalhartesteten: TF Jedelstetten (Gde. Geltendorf, Lkr. Landsberg a. Lech)
Lohchirchen: TF Lohkirchen (Gde. Fraunberg, Lkr. Erding)
Prunnen: TF Schönbrunn (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
Pubenhusen: TF Bogenhausen (Stadtteil von München)
Alpherisdorf: TF Alpersdorf (Gde. Mauern, Lkr. Freising)
Hangentenhaim: TF Hangenham (Gde. Marzling, Lkr. Freising)
Uualchvonspahc: TF Walkersbach (Ortsteil von Pfaffenhofen a. d. Ilm, Gde., Lkr.)
Folio 40
38. Text nach 1098
TF 1505
fol. 40

fol. 40

Der zur Wirtschaftsgemeinschaft des Freisinger Bischofs Heinrich (1098-1137) gehörende Adalhard erhält durch Tausch neun Wirtschaftshöfe in Mauern.

Authenticum. Kopiale Zweitschrift, spiegelseitig zu f. 39v geschrieben (vgl. die Vorbemerkung zu f. 39v).

Notum sit cunctis fidelibus Christi tam modernis quam posteris quendam ex familia sancte Marie nomine Adalhardum de dote ecclesie apud Muren aream novies tantundem de predio suo in eodem loco sito apud eiusdem ecclesie episcopum Hainricum concambio in proprium redemisse et per manum Ottonis eiusdem ecclesie advocati simulque iuramento ministerialium ceterorumque nobilium consensu stabilitatum esse. Huius rei testes sunt. De nobilibus. Eberhart de Pertrishusen. Marchuvarth et frater eius Otachar de Mochingen. De ministris. Isinrich de Lochchirchin. Chonrat et frater eius Fritilo de Heidoluingen. Pero de Muren et frater eius Wichnant. Engilscalch de Muren et frater eius Wernhe(ri)[1]. Eberhart de Mosiburch. Heinrich de Unzichouen et filii eius Reginmar. Ortolf. Gerotl de Ueltchirchen.

  1. Verderbt.
Ortsnamen im Kontext
(…) Adalhardum de dote ecclesie apud Muren (…) Eberhart de Pertrishusen. Marchuvarth et frater eius Otachar de Mochingen. De ministris. Isinrich de Lochchirchin. Chonrat et frater eius Fritilo de Heidoluingen. Pero de Muren et frater eius Wichnant. Engilscalch de Muren et frater eius Wernhe(ri). Eberhart de Mosiburch. Heinrich de Unzichouen et filii eius Reginmar. (…) Gerotl de Ueltchirchen.

Muren: TF Mauern (entweder Mauern, Lkr. Freising oder Mauern, Grafrath, Lkr. Fürstenfeldbruck)
Pertrishusen: TF Petershausen (Gde., Lkr. Dachau)
Mochingen: TF Feldmoching (Stadtteil von München)
Lochchirchin: TF Lohkirchen (Gde. Fraunberg, Lkr. Erding)
Heidoluingen: TF Haindlfing (Haindlfing, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Haindlfing, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising)
Mosiburch: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Unzichouen: TF Inzkofen (Gde. Wang, Lkr. Freising)
Folio 40v / 39
Der Text wurde kopial auf den heutigen Außenseiten des kleinen Doppelblattes verschriftlicht. Dem Schreiber lag bereits ein auf zwei Hälften quer geknicktes Pergamentblatt vor, wie aus dem Zeilenwechsel servi denotantes ersichtlich ist (Größe gesamt: 19 cm mal 24,5 cm, geknickt auf je 12 cm).[1] In Frage kommen daher sowohl eine protokollarische Mitschrift als auch eine kopiale Zweitschrift der Gerichtsentscheidung, welche vermutlich vor Ort angefertigt wurde.

  1. Vgl. die Vorbemerkung zu f. 39v.
39. Text nach 1078
TF 1472
fol. 40v

fol. 40v

Bischof Meginward (1078-1098) lässt auf einem Gerichtstag seines Vogtes Otto das Gebiet von Groß-(Klein)pienzenau im Raum von Miesbach, Schliersee und am Spitzing aufnehmen.

Authenticum. Kopiale Zweitschrift.
fol. 39

fol. 39

Ego Meginwardus dei gratia episcopus cum Ottone advocato meo presidens legitimo placito eiusdem Ottonis feci inquiri damna ecclesie mee in sua advocatione apud Piencinowa. Chvono. Durinch. Hartwich. Waltman et iterum Waltman. Isingrim. Liutrât. Wezil. Engildie et iterum Engildie.[1]
Otachar. Adalhart. Gozili. Purchart. Liuzili. Meginhalm. Reginpreht. Meginhart. Liutuni. Lantpolt. Waltrich. Chunipreht. Adaluni. Engilheri. Purchart. Mvothart. Azili. Reginhart. Isti et alii servientes et aecclesie servi terminationem subscriptam condixerunt ecclesie mee ad curtim Pienzenvoa pertinentem et iuxta preceptum meum supradicti servi iuramento constricti eandem terminationem peragrantes et[2] ut hic scripsimus denotantes demonstraverunt. Haienperch totum in circuito inde inter flumina Manachfialta et Slieraha usque ad Hesilintal.[3]
Deinde item idem peragrantes demonstraverunt …[4] de Hesilintal sursum iuxta Slieraha usque ad Rotenpach inde usque ad cacumen Citolfesecca inde usque ad medietatem Manachvalte. inde iusum iuxta Manachvalta usque ad Hesilental. inde retrorsum usque in Slieraha.[5] Item idem ecclesie servi denotantes[6]peragrati sunt veterem terminationem silve et montium ad Sliersie et ad Westenhouan pertinentem Atenperch. Ramperch. Uohenperhc usque in Liuzenaha. inde sursum usque in Ûraha. inde usque ad alpes que dicuntur Veldalpe. inde Haienperch totum. inde in[7] Wldeppe. inde supra montem Spizzinch. inde iusum iuxta Sliersie usque ad alpes[8] que dicuntur Garten. inde supra montem qui dicitur Hohenperch et supra Suarzinperch usque ad Ahivuinchla.[9] Item idem peragrantes denotaverunt ad curtim Elhpach sursum supra Suarzenperch usque in Elhpachesova. inde supra Prattenstein usque ad Chitenreina. inde usque ad Liuzenaha. inde iusum iuxta Liuzenaha usque ad Marhsteina. inde sursum usque ad Otliubesmarhstaina.[10] Quicquid infra prescriptas terminationes ecclesie mee servi iuramento ammoniti peragrantes demonstraverunt et ut mos est denotantes assignaverunt. ego M.[11] licet indignus episcopus ecclesie mee episcopali banno ita confirmavi ut si …[12] aliqua maiorum vel minorum persona quicquam de his sine episcopali concessione sibi usurpaverit culpe inmunitatis[13] episcopali banno nisi resipiscat subiaceat.

  1. Absatzzeichen im Text.
  2. Über der Zeile, emendiert.
  3. Absatzzeichen im Text.
  4. Textlücke über 8 cm, vermutlich durch Mäusefraß am Pergament.
  5. Absatzzeichen im Text.
  6. Hier beginnt f. 39.
  7. Über der Zeile, emendiert.
  8. Ad alpes über der Zeile emendiert.
  9. Absatzzeichen im Text.
  10. Bei Bitterauf getrennt: Otliubes Marhstaina. Danach Absatzzeichen im Text.
  11. Meginwardus.
  12. Rasur.
  13. Über der Zeile emendiert, über imminutis.
Ortsnamen im Kontext
(…) Piencinowa. (…)
(…) ad curtim Pienzenvoa (…) Haienperch totum in circuito inde inter flumina Manachfialta et Slieraha usque ad Hesilintal.
(…) de Hesilintal sursum iuxta Slieraha usque ad Rotenpach inde usque ad cacumen Citolfesecca inde usque ad medietatem Manachvalte. inde iusum iuxta Manachvalta usque ad Hesilental. inde retrorsum usque in Slieraha.
(…) silve et montium ad Sliersie et ad Westenhouan pertinentem Atenperch. Ramperch. Uohenperhc usque in Liuzenaha. inde sursum usque in Uraha. inde usque ad alpes que dicuntur Veldalpe. inde Haienperch totum. inde in Wldeppe. inde supra montem Spizzinch. inde iusum iuxta Sliersie usque ad alpes que dicuntur Garten. inde supra montem qui dicitur Hohenperch et supra Suarzinperch usque ad Ahivuinchla.
(…) ad curtim Elhpach sursum supra Suarzenperch usque in Elhpachesova. inde supra Prattenstein usque ad Chitenreina. inde usque ad Liuzenaha. inde iusum iuxta Liuzenaha usque ad Marhsteina. inde sursum usque ad Otliubesmarhstaina.

Piencinowa: TF Großpienzenau (Gde. Weyarn, Lkr. Miesbach)
Pienzenvoa: TF Großpienzenau (Gde. Weyarn, Lkr. Miesbach)
Haienperch: TF Heimberg (Gde. Irschenberg, Lkr. Miesbach)
Manachfialta: TF Mangfall, Fluss
Slieraha: TF Schlierach, Schlierbach, Fluss
Hesilintal: TF Hesilental am Kreuzstein bei Westin (Gde. Weyarn, Lkr. Miesbach)
Rotenpach: TF Fenn(Ecker)bach bei Rettenbeck (Gde. Hausham, Lkr. Miebach)
Citolfesecca: TF Eckerkogel (bei Miesbach, Gde. Miesbach, Lkr. Miesbach)
Manachvalta: TF Mangfall, Fluss
Hesilental: TF Hesilental am Kreuzstein bei Westin (Gde. Weyarn, Lkr. Miesbach)
Sliersie: TF Schliersee(Gde., Lkr. Miesbach)
Westenhouan: TF Westenhofen (Gde. Schliersee, Lkr. Miesbach)
Atenperch: TF Attenberg (Gde. Schliersee, Lkr. Miesbach)
Ramperch: TF Rohnberg (bei Miesbach, Gde. Miesbach, Lkr. Miesbach)
Uohenperhc: TF Hohenberg, heute Kreuzberg?
Liuzenaha: TF Leizach, Loisach, Fluss
Ûraha: TF Aurach (Aurach, Gde. Aurach, Lkr. Ansbach oder Aurach, Gde. Fischbachau, Lkr. Miesbach)
Veldalpe: TF Wildfellalm
Wldeppe: TF Valepp (Bach beim gleichnamigen Ort, Gde. Schliersee, Lkr. Miesbach)
Spizzinch: TF Spitzing am Spitzingsee (Gde. Schliersee, Lkr. Miesbach)
Garten: TF Baumgartenalm oder -schneid
Hohenperch: TF Hohenberg, heute Kreuzberg?
Suarzinperch: heute Kreuzberg?
Ahivuinchla: TF Abwinkl (Gde. Schliersee, Lkr. Miesbach)
Elhpach: TF Elbach (Gde. Fischbachau, Lkr. Miesbach)
Suarzenperch: heute Kreuzberg?
Elhpachesova: TF 1472, S. 323f. „auf dem das Thal des Ellbachs n. begrenzenden Höhenzug“
Prattenstein: bei Bitterauf Preitenstein: TF Breitenstein, identisch mit Uohenperhc bei Miesbach
Chitenreina: TF Kittenrein, Steig von Birkenstein nach Geiten
Liuzenaha: TF Leizach (Loisach)
Marhsteina: TF Marksteiner (Gde. Irschenberg, Lkr Miesbach)
Otliubesmarhstaina / Otliubes Marhstaina: TF „mit der E. Kogel oder dem W. Ponleiten identisch?“
Folio 41 1240-1253
Nachträge zum Zensualenbuch.

Auf dem Einzelblatt von f. 41r- v[1] (Hälfte eines Doppelblattes, Größe: 22,5 cm bis maximal 15 cm) wurden zwölf Notizen zu bestehenden Zensualverträgen von verschiedenen Schreibern kopiert. Sie stehen im Kontext zum Basistext des Kopialbuches. Deutlich wird, dass bestehende Verträge überprüft wurden und der Jahreszins auch unter die üblichen fünf Pfennige fallen konnte.

  1. Am Rand ein Stichloch.
40. Text circa 1245
TF 1807a
fol. 41

fol. 41

Der Handwerker Kuno, seine Schwester Gisela und ihre Brüder leben in Regensburg, sind aber wie ihre Mutter Zensualen von Freising zu fünf und drei Pfennig.

Noverint universi quod Chvono faber cum sorore sua Gieslai et fratribus suis Frideric. Alberto et Chvnrado Rat(ispone)[1] manentes[2] se censuales obtulerunt beate virgini in Frisinga eo quod mater eorum censualis extitit ecclesie memorate. Census sunt quinque denarii virorum et tres tantummodo feminarum. Hii sunt testes. Magister E.[3] decanus Eberwinus[4] Otto Sappo. Hertnidus. Fridericus presbyteri. Vertingus Heinricus. Fr(idericus) vicedominus et alii quamplures.[5]

  1. Ergänzt nach Bitterauf.
  2. Verbindung zu den Regensburger Zensualen; vgl. auch den Tauschvertrag auf f. 43v zwischen Bischof Meginward von Freising und Bischof Otto von Regensburg mit je einem Unfreien.
  3. Bei Bitterauf ergänzt zu E(berhardus).
  4. Über der Zeile nachgetragen, von gleicher Hand.
  5. Daneben: circa anno 1245, emendiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Chvono faber cum sorore sua Gieslai et fratribus suis Frideric. Alberto et Chvnrado Rat(ispone) manentes (…)

Ratispona: Regensburg (krfr.St.)
41. Text Datierung nach Bitterauf 1253
TF 1807b
Mechthild von Inning bei Wimpasing und ihre Nachkommen sind Zensualen.
Carta inspecturis.

Sciant[1] universi presentem cartam inspecturi quod Maethildis de Inningen apud Wintpâzingen et eius posteritas sunt censuales beate Marie et sancti Corbiniani ad communem prebendam fratrum. scilicet Chuno. Pernhardus fratres. Alhaidis.[2] Alhaidis quoddam superpellicium ob(iit). Iveta ob(iit). Perhta ob(iit). Irmigardis et Maethildis.

  1. Text von anderen Händen.
  2. Es folgt ein Zusatz von späterer Hand. - Die hier eingetragenen Zensualen könnten Nachkommen der Mechthild sein.
Ortsnamen im Kontext
(…) Maethildis de Inningen apud Wintpâzingen et (…) scilicet Chuno. (…)

Inningen: TF Inning, (entweder Inning a. Ammersee, Gde., Lkr. Starnberg oder Inning a. Holz, Lkr. Erding)
Wintpâzingen: TF Wimpasing (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
42. Text Datierung nach Bitterauf 1253
TF 1807c
Ulrich Kolbeck gibt zwei Hörige zu zwei Pfennig Jahreszins mit Billigung seiner Schwester Berta.

Noverint[1] universi presentem paginam respecturi quod Vlricus dictus Cholbecensis Chvnradus et Fridericum qui ad ipsum iure[2] hereditario pertinebant ad altare beate virginis tradiderunt ad duos denarios annuatim. et hoc factum est de licentia et voluntate sue sororis cuius nomen Berta. quod vero de voluntate Berte sit factum hoc. hii testificantur. Siffridus longus. Eberhardus. Vlricus. Ovchvz. Gerwicus villicus. Eberhardus textor. Fridericus et alii quamplures.

  1. Text von anderer Hand.
  2. Verderbt.
43. Text 1240
TF 1807d
Ulrich Kolbeck gibt seinen Hörigen Ludwig zu drei Pfennig Jahreszins.

Noverint[1]omnes et singuli presentem paginam respecturi quod Vlricus dictus Cholbekker Luduicum quem iure proprietario possidebat ad altare beate virginis in Frisinga ad tres denarios tradidit annuatim. hii sunt testes.[2] Dominus Eberhardus decanus. O.[3] Sappo. Hertwicus. Heinricus Mosaensis. Iohannes notarius. Otto trenarius. H.[4] et Vlricus custodes et alii quamplures.[5]]Chvonrat. Rvedger.[6]

Der Münchner Bürger Konrad begibt sich nach Freikauf in die Zensualität zu drei Pfennig.

Chvnradus civis Monacensis se emptum a domino Rvthero de Honowe tradidit ad altare (beate virginis)[7] ad tres denarios annuatim. …[8] Hainrich.

  1. Text von anderen Händen.
  2. Am rechten Blattrand: canonici.
  3. Bei Bitterauf ergänzt zu O(tto).
  4. Bei Bitterauf ergänzt zu H(einricus).
  5. Das folgende von anderer Hand.
  6. Daneben: sub anno domini 1240. Das Folgende von anderer Hand.
  7. Ergänzt nach Bitterauf.
  8. Textlücke, danach von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Heinricus Mosaensis. (…)
Chvnradus civis Monacensis se emptum a domino Rvthero de Honowe (…)


Mosa: TF Moosach (entweder Moosach, Gde., Lkr. Ebersberg, oder Moosach, Stadtteil von München)
Monaco: München (krfr.St.)
Honowe: TF Honau (Gde. Maitenbeth, Lkr. Mühldorf a. Inn)
44. Text 1253
TF 1807e
Dietrich von Rosenheim schenkt Liukard mit drei Kindern zu fünf Pfennig, wovon sie einen zurückerhalten.

Actum[1] anno domini Mo CCo quinquagesimo III.[2] Didricus[3] de Rosenheim ad altare beate virginis in Frisinga tradidit Liukardim et liberos eius Heinricum. Irmegardim et Adilheidim tali conditione ut quinque denarios offerant annis singulis ad altare sancte Marie in Frisinga et unum recipiant prout fieri consuevit. Hii sunt testes qui intererant. Eberhardus decanus. Otto Sappo. Comes Silvester. Rvdolf de Rvbelsdorf canonici. Siffridus. Heinricus dux. Otto Schraghut et alii quamplures.[4]
Levkart. Irmigart. Maethilt.[5]

  1. Text von anderen Händen.
  2. Darüber von anderer Hand: 1253.
  3. Bei Bitterauf Tidricus.
  4. Danach von späterer Hand.
  5. Nachtrag der Namen von drei weiblichen Zensualen am unteren Blattrand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Didricus de Rosenheim (…) Rvdolf de Rvbelsdorf (…)

Rosenheim: Rosenheim (Gde., Lkr.)
Rvbelsdorf: TF Reibersdorf (Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn)
Folio 41v alle um 1250.
Nachträge zum Zensualenbuch.[1]

Diese Nachträge stehen in inhaltlichem Kontext zum Basistext des Liber Censualium, den sie ergänzen, ebenso zu den Ergänzungen auf f. 32, wo etwa Konrad von Rimbach selbst als Freisinger Zensuale zu drei Pfennig Jahreszins notiert wurde.

  1. Am Rand ein Stichloch.
45. Text 1050 (vermutlich 1250)
TF 1804
fol. 41v

fol. 41v

Konrad von Rimbach schenkt auf Wunsch seiner Mutter Mechthild seine nun frei gelassene Hörige Alheid mit ihren Kindern an Freising zu je drei Pfennig Jahreszins.

Noverint[1] universi presentem paginam respecturi quod Conradus de Rintpach de voluntate matris sue Mechthildis Alheidim cum liberis suis quos tamquam proprios iure possederat ad usum beate virginis tradidit tali conditione ut tres denarios quilibet predictorum qui manumissi sunt annis singulis beate virginis persolvere tenebuntur. Actum anno domini[2] millesimo quinquagesimo[3] presente decano in Tovfchirchen et universis plebezanis ibidem.

Chunradus[4] de Purchussen. Wendel.[5]

Konrad „albus“ aus der Verwandtschaft des Heinrich ist Freisinger Zensuale zu fünf Pfennig.

(Chvnradus albus de parentela Heinrici est censualis sancte Marie sanctique Corbiniani ad communem usum fratrum annuatim V denarios solvendo.)[6]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Über der Zeile geschrieben.
  3. Am linken Blattrand ergänzt: 50. Unklar, ob hier ein Schreibfehler vorliegt und das Jahr 1250 gemeint ist, oder ob eine Vorlage aus dem Jahr 1050 kopiert wurde (vergleiche auch Rechtssprache). Aus dem Kontext der auf dieser Seite kopierten Dokumente und deren Datierungen auf die Jahre 1252, 1253 und 1254 wäre eine Einordnung zum Jahr 1250 naheliegend.
  4. Danach von anderer Hand.
  5. Nachtrag Freisinger Zensualen.
  6. Text durch Säureeinwirkung verderbt, ergänzt nach Bitterauf, der den Text noch lesen konnte.
Ortsnamen im Kontext
(…) Conradus de Rintpach (…) presente decano in Tovfchirchen (…) Chunradus de Purchussen. (…)

Rintpach: TF Rimbach Kratzerimbach (Gde. Zolling, Lkr. Freising)
Tovfchirchen: TF Taufkirchen (entweder Taufkirchen, Gde., Lkr. Erding oder Taufkirchen, Gde., Lkr. München, oder Taufkirchen, Stadtteil von München)
Purchussen: TF Burghausen (Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
46. Text 1252
TF 1806a
Mechthild und ihr Kolbeck genannter Sohn übergeben zwei Hörige, die zuvor frei gelassen wurden, zu fünf Pfennig Zins, wovon jedem einer erstattet wird.

Noverint[1] omnes et singuli ad quos presens scriptum devenitur quod Mehthildis et filius eiusdem Colbekkenn dictus Heinricum Ehalt et Heinricum Tenk quos tamquam proprios iure possederant ad usum beate virginis tradiderunt tali adiecta condicione ut V denarios quilibet predictorum qui manumissi noscuntur annis singulis ad altare beate virginis in Frisinga persolvere tenebuntur unum vero denario de hiis quinque quilibet rehabebit. Testes hii sunt qui intererant. Magister Eberhardus decanus. Otto Sappo. Eberwinus. Hertnidus. Fridericus Sappo canonici Frisingenses. Otto miles de Gotsdorf. Heinricus Vertingus. H. de Waringen. Siffridus de foro. Conradus Fuzler et alii quamplures. Actum anno domini Mo CCo quinquagesimo secundo.[2]

Aeile. Ch. Vlchalcus. Tute.[3]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Danach von anderer Hand sub anno 1250.
  3. Nachtrag von Freisinger Zensualen.
Ortsnamen im Kontext
(…) Magister Eberhardus decanus. Otto Sappo. Eberwinus. Hertnidus. Fridericus Sappo canonici Frisingenses. Otto miles de Gotsdorf. (…) H. de Waringen. Siffridus de foro.

Gotsdorf: TF Götsdorf bei Gde. Altfraunhofen, Lkr. Landshut; vgl. auch Wallner, Namenregister I, Nr. 221.
Waringen: TF Wehringen (Gde., Lkr. Augsburg)
de foro: nicht identifizierbar
47. Text Datierung nach Bitterauf 1252
TF 1806b
Eberhard von Frauenneuharting schenkt den Siboto, den er „iure feodali” besaß, zu fünf Pfennig Zins.

Notum[1]facimus universis presentem paginem respecturis quod dominus Eberhardus de Niwertingen[2] Sybotonem quem iure feodali possederit ad quinque denarios tradidit beate virgini in Frisinga. ut autem huius tradicio robur obtineat firmitatis scripture duximus roborandam et testes qui intererant subscribendos.[3] dominum E. decanum. O.[4] Sapponem. Hertnidum. Burchardum comitem de Burgowe canonicos Frisingenses. Heinricum custodem et alios quamplures.[5] Ditmar.

  1. Gleicher Schreiber wie des vorher gehenden Textes.
  2. Das Zeichen nach „e“ bereits für Bitterauf unleserlich.
  3. Am linken Blattrand ergänzt: canonici. ad annum 1253.
  4. Bei Bitterauf ergänzt zu O(ttonem).
  5. Danach von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Eberhardus de Niwertingen (…) Burchardum comitem de Burgowe (…)

Niwertingen: TF Frauenneuharting (Gde., Lkr. Ebersberg); vgl. Mayr, Ebersberg 17, 57.
Burgowe: TF Burgau (Gde., Lkr. Günzburg)
48. Text Datierung nach Bitterauf 1252
TF 1806c
Ulrich „de Cholpach” schenkt Irmingard und ihren Sohn Gozwin zu drei Pfennig Zins.

Notum[1] sit omnibus et singulis quod Vlricus de Cholpach Irmegardam et fili(um) eius Gozwinum quos idem Vlricus iure proprietario possidebat ad altare beate (virginis) tradidit libere et absolute ad tres denarios annuatim. Hii sunt testes. Otto Goetsdorfensis trusor. Siffridus de foro. H. molendinator. H. Ehalt. Ellenbert(us). Hii sunt canonici.[2] Magister E.[3] decanus. O.[4] Sappo. Hertnidus. Heinricus Mosaha. Chonrat comes et alii quamplures. [5] Perihta. Alhait.[6] Tuoet. Albero. Vlrich. Chunrat. Irmgart. Mehthilt. Chnr.[7]… Halc. [8]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Am linken Blattrand ergänzt: 1254. canonici. Und ebenfalls unter der Zeile: 1254.
  3. Bei Bitterauf ergänzt zu E(berhardus).
  4. Bei Bitterauf ergänzt zu Otto.
  5. Danach von anderer Hand.
  6. Verschrieben.
  7. Gemeint ist Chunrat.
  8. Zensualeneintrag, offensichtlich als Schreiberübung; durch Säureeinwirkung verderbt, für Bitterauf noch lesbar: Alhait. Hainrich. Chvonrat V reddere solidos. Ch. von frierhant V reddere solidos.
Ortsnamen im Kontext
(…) Vlricus de Cholpach (…) Otto Goetsdorfensis trusor. Siffridus de foro. (…) Heinricus Mosaha. (…)

Cholpach: Kollbach (Gde. Petershausen, Lkr. Dachau)
Goetsdorf: TF Götsdorf bei Gde. Altfraunhofen, Lkr. Landshut; vgl. auch Wallner, Namenregister I, Nr. 221.
de foro: nicht identifizierbar
Mosaha: TF Moosach (entweder Moosach Gde., Lkr. Ebersberg oder Moosach, Stadtteil von München)
49. Text Datierung nach Bitterauf 1252
TF 1806d
Die Brüder Otto und Albert von Obermarchenbach schenken zwei Eigenleute zu fünf Pfennig Zins.

Notum[1] sit omnibus Christi fidelibus quod Otto et Albertus fratres de Wanggenbach Fridericum et Albertum quos iure proprietario possidebant ad altare beate Marie virginis tradiderunt ut annis singulis V[2] denarios persolvant.

  1. Von anderer Hand.
  2. Emendiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Otto et Albertus fratres de Wanggenbach (…)

Wanggenbach: TF Obermarchenbach (Gde. Haag a. d. Amper, Lkr. Freising)
Folio 42
Das Einzelblatt (Größe: 21,5 cm mal 14 cm) wurde aus einem anderen Codex entnommen; dort war f. 42v die Recto-Seite, wie aus dem fehlenden Textbeginn der Tradition ersichtlich ist; f. 42 war Versoseite. – Die neuzeitlichen Marginalnotizen am oberen Blattrand zeigen die Bemühungen späterer Benutzer um die zeitliche Einordnung des Textes, der ein wichtiges Dokument zur Geschichte der Grafen von Scheyern ist. Er wird der Zeit Bischof Heinrichs (1098-1137) zugewiesen, in welcher ein Graf Otto (II.) von Scheyern vermutlich bis 1122 Vogt von Freising war.
50. Text nach Bitterauf vor 1123.[1]
TF 1698a
fol.42

fol.42

Graf Otto von Scheyern schenkt im Beisein illustrer Zeugen zwei Höfe in Eichhofen mit drei Hörigen, nämlich Hemma und ihren Söhnen, an das Domkapitel von Freising. Die Schenkung verpflichtet das Domkapitel zum Jahresgedenken an ihn nach seinem Tode.

Kopiale Verschriftlichung

  1. Aufgrund der schwierigen Zuordnung der Grafen von Scheyern wird hier die Datierung von Bitterauf [1]übernommen.


Noverint omnes Christi fideles tam futuri quam presentes qualiter comes Otto de Skiren tradidit pro salute anime sue ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani duo curtifera in Ippenhoven sita cum tribus mancipiis Hemma et filiis eius et omnibus iure illuc pertinentibus in oblationem fratrum ea conditione quatinus post finem vite sue alicui de fratribus communi consilio omnium committantur qui in anniversario eiusdem Ottonis fratribus competens inde exhibeat servitium. Si quis hoc infringat proximus heres ipsius umo uno bisontico super altare posito eadem curtifera inde auferat et suo iuri vendicet. Huius traditionis testes sunt de nobilibus. Chuonrât comes et frater eius Friderih de Dahvoa. Diemar et filius eius Adalbero de Starh(...)[1]. Diemar et Ozi de Husen. Eberhart de Holzhusen. Pernhart et filius eius Otto de Mosan. Werinheri et filius eius Rvotpreht de Frich(…)[2]. Dietrich de Holzen. Tagino de Peroltesheim. Regenpoto et Nîthart de Egivuile. Eberhart de Neninpah. Megenhart de Maisaha. Wolfolt de Lôhch(irchen) et filii eius Ysenrich et Rahivuin. Willibolt et filius eius Geruvich de Rub(…)[3]. Waltman de Pastper(ch)[4] et frater eius Einwich. Adalpreht et filius eius Gotescalh de Petenp(…)[5]. Gerolt et filii eius de Wipp(…)[6]. Dietpolt et Gerolt. Heinrich et filii eius Rvodiger et Heinrich de Lintaha. Balduvin et Adalbero de Sk(…)[7]. Aribo de Wargent(…)[8]. Uodalrich et Regenmar. Fritilo et filius eius Chvonrât. Lvdovuich et Wiso de Heidolf(ingen). De suburbanis Sinzo. Megenhalm. Richeri. Adalbero. Altman et alii quamplures.

  1. Mit Kürzung. Bitterauf ediert Starh(olteshouen).
  2. Mit Kürzung. Bitterauf [2] ediert Frich(endorf).
  3. Rub(endorf). Mit Kürzung, Bitterauf ediert Rub(andorf); von ihm identifiziert als Roggendorf, Pf. Attenkirchen bei Freising.
  4. De Pastper(ch) ist über der Zeile nachgetragen.
  5. Mit Kürzung. Bitterauf [3] ediert Petenp(runnen).
  6. Mit Kürzung. [4] Bitterauf ediert Wippen(husen).
  7. Mit Kürzung. [5] Bitterauf ediert Sk(iren).
  8. Mit Kürzung. Bitterauf ediert Wargentvoe.
Ortsnamen im Kontext
(…) comes Otto de Skiren tradidit (…) duo curtifera in Ippenhoven sita cum tribus mancipiis Hemma et filiis eius et (…) Chvonrât comes et frater eius Friderih de Dahvoa. Diemar et filius eius Adalbero de Starh(…). Diemar et Ozi de Husen. Eberhart de Holzhusen. Pernhart et filius eius Otto de Mosan. Werinheri et filius eius Rvotpreht de Frich(…). Dietrich de Holzen. Tagino de Peroltesheim. Regenpoto et Nîthart de Egivuile. Eberhart de Neninpah. Megenhart de Maisaha. Wolfolt de Lôhch(irchen) et filii eius Ysenrich et Rahivuin. Willibolt et filius eius Geruvich de Rub(…). Waltman de Pastper(ch) et frater eius Einwich. Adalpreht et filius eius Gotescalh de Petenp(…). Gerolt et filii eius de Wipp(…). Dietpolt et Gerolt. Heinrich et filii eius Rvodiger et Heinrich de Lintaha. Balduvin et Adalbero de Sk(…). Aribo de Wargent(…). (…) Lvdovuich et Wiso de Heidolf(ingen). De suburbanis Sinzo. (…)

Skiren: TF Scheyern (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Ippenhoven: TF Eichhofen(Gde. Markt Indersdorf, Lkr. Dachau); vgl. Wallner, Namenregister II, Nr. 291.
Dahvoa: Dachau (Gde., Lkr.)
Starh(olteshouen): TF Starkertshofen(Gde. Reichertshofen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Husen: TF Ober(Nieder)hausen (Gde. Petershausen, Lkr. Dachau)
Holzhusen: TF Holzhausen (entweder Holzhausen, Gde. Neuching, Lkr. Erding oder Holzhausen, Gde. Alling, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Holzhausen, Gde. Utting a. Ammersee, Lkr. Landsberg a. Lech oder Holzhausen a. Starnberger See, Gde. Münzing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen)
Mosan: TF Moosen (Vils) (Gde. Taufkirchen (Vils), Lkr. Erding)
Frich(endorf):TF Frickendorf(Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Holzen: TF Holzen (entweder Holzen, Gde. Zolling, Lkr. Freising oder Holzen, Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising und andere im Lkr. Ebersberg und Erding)
Peroltesheim: TF Bertoldsheim(Gde. Rennertshofen, Lkr. Neuburg-Schrobenhausen)
Egivuile: TF Egweil (Gde., Lkr. Eichstätt)
Neninpah: Gross(Klein)nöhbach, Großnöbach, Kleinnöbach (Gde. Fahrenzhausen, Lkr. Freising)
Maisaha: TF Maisach (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck)
Lôhch(irchen): TF Lohkirchen (Gde. Fraunberg, Lkr. Erding)
Rub(endorf): TF Roggendorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Pastper(ch): TF Parsberg (entweder Parsberg, Gde. Miesbach, Lkr. Miesbach oder Parsberg im Lkr. Fürstenfeldbruck oder Parsdorf, Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
Petenp(runnen): TF Pettenbrunn (Ortsteil von Freising, Lkr. Freising)
Wippen(husen): TF Wippenhausen (Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
Lintaha: TF Lindach (Gde. Hohenwart, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm und diverse andere in den Lkr. Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck)
Wargentvoe: TF Warngau? (Gde., Lkr. Miesbach)
Heidolf(ingen): TF Haindlfing(Haindlfing, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindlfing, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
Folio 42v
F. 42v beginnt mit dem Schluss der Complacitatio Abrahe et Gvntpirch. Sie ist im Codex commutationum auf den folia 170v-171 vollständig überliefert, welche zu einem Kompendium der Tauschgeschäfte Bischof Abrahams gehören. Hingegen ist die im LC erhaltene Ergänzung des Textes durch die spätere Rechtsentscheidung Bischof Nitkers auf einem Placitum in Föhring hinsichtlich der dann doch strittigen Dienstleistungen durch die Nachkommen der Guntbirg im Codex Commutationum nicht überliefert. F. 42v des Liber Censualium enthält daher offensichtlich einen Teil des Protokolls der Gerichtsentscheidung von Föhring, in welche der ursprüngliche Vertrag der Guntbirg mit Bischof Abraham als Beweisstück am Beginn inseriert worden war. Vgl. hierzu den identischen Textbeginn der Seiten von LC f. 42v und CC f. 170v sowie die Vorbemerkung zu f. 42.
51. Text circa 972-976.
TF 1226
fol.42v

fol.42v

Bischof Abraham (957-994) schließt mit der Adeligen Guntbirg, der Braut des Freisinger „famulus” Sindo, einen Vertrag: Guntbirg erkauft um zwei Hufen mit fünf Hörigen in Ramelsbach die Freilassung ihres Verlobten Sindo und die Abmachung, dass ihre weiblichen Nachkommen keinen Dienst für Freising leisten müssen.

Kopiale Abschrift im Kontext mit Codex Commutationum f. 170v.

Noverint omnes Christi fideles qualiter convenit inter venerabilem Abraham Frisingensis ecclesie episcopum et eius advocatum et inter nobilem mulierem Guntpirich dictam nuptam ad quendam famulum sancte Marie sanctique Corbiniani Sindonem dictum quandam complatitationem facere sic et fecerunt. Tradidit itaque eadem nobilis mulier in loco Rammaspach dicto hobas II et mancipia V ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani. His verbis ut omnes sue posteritates viri si essent beneficiati pontifical(i) servic(io) servirent episcopo.[1] mulieres perpetualiter absque omni servili condicione dimitterentur. Dimisit itaque supranominatus episcopus cum manu advocati sui Sigihardi et cum consilio clericorum laicorum nobilium et ignobilium omnes mulieres que procreantur stirpe prescripte Gunpirich ut perpetualiter essent absque omni]
servili famulatu. Isti sunt testes per aures tracti. Uogo. Dietrich. Kotescalc. Iagob. Etzo. De familia. Pero. item Pero. Aripo. Richeri. Marcwart.

  1. Ab His bis episcopo Einfügung auf Rasur und emendiert.
Ortsnamen im Kontext
[(…) Abraham Frisingensis ecclesie episcopum (…) Guntpirich (…) eadem nobilis mulier in loco Rammaspach dicto (…)]

Rammaspach: TF Ramelsbach (Gde. Vierkirchen, Lkr. Dachau)
52. Text nach Bitterauf 1047-1053
TF1458a
Bischof Nitker (1039-1053) beendet auf einem Placitum in Föhring den Streit um die Dienstleistungen der Nachkommen der Guntbirg.

Teil eines Gerichtsprotokolls.

Genuit autem supradicta Guntpirc filias duas una nomine Medvoni alteram Adalpurc dictam. Genuit autem Medvoni filias IIII. Adalhilt. Hiltikart. Medvoni. Reginhilt et filios Dietrîc et Otpreht. Genuit autem (Genuit autem)[1] Adalpurc filias Dierhilt et Vota. Genuit Adalhilt filias IIII. Hiltikart. Ata. Willirun. Persuuint. De ista Pernsuuinda et de filiis eius Dietperto et Chunrado et ceteris. Postea facta est inquisicio sub episcopo Nitkero et advocato eius Ottone et vicedomno Piligrimo ut deberent sancte Marie sanctoque Corbiniano serviliter obedire. Tandem apud Veringan lite cepta et finita confirmaverunt et constabiliverunt. Pactionem supradictam quam fecit nobilis mulier Guntpirc cum Abraham episcopo hoc est ut eadem Pernswint et supradicti filii eius et filie Adalhilt et Perhta[2] ceterique posteri eius necnon omnes qui essent de cognatione iam sepe dicte Guntpirige deberent esse soluti ab omni servili anxietate nisi ut dictum est qui viri essent beneficiati aut clericali aut camerali aut pincernali aut dapiferali servicio ipso episcopo qui tunc et tunc episcopus esset. Hec sunt nomina eorum qui constricti et interrogati sacramento hec ita esse ut dictum est affirmabant. Ebararo. Aripo. Altman. Waltman. Marcwart. Tragapoto. Waltheri. Liutheri necnon omnes qui tunc erant in illo placito.

  1. Irrtümlich dupliziert.
  2. Verderbt.
Ortsnamen im Kontext
Genuit autem supradicta Guntpirc filias duas (…) Tandem apud Veringan (…)

Veringan: TF Oberföhring (Stadteil von München)
Folio 43 / 43v
Der nahezu quadratischen Zettel (Größe: 13 cm mal 12 cm) beinhaltet pro Seite einen Text von je einem Schreiber kopiert. Die Hände und der Schreibstil sind ähnlich, aber nicht gleich. Verschriftlicht wurden bedeutende Texte: f. 43r überliefert einen sehr frühen Schutzvertrag für eine adelige Dame, noch ohne Jahreszins, dessen Datierung hier nach dem Eintrag am unteren Blattrand erfolgt.
53. Text um 1090
TF 1474
fol.43

fol.43

Engila von Sandelzhausen begibt sich in den Schutz des Bischofs Meginward von Freising (1078-1098).
Authenticum. Kopiale Zweitschrift.

Cognoscant omnes Christi fideles tam futuri quam presen(tes)[1] qualiter quedam nobilis femina nomine Engila de Sandolteshusen[2] confugit sub tutelam sancte Marie et tradidit se ad altare eius. ea conditione ut ipsa omnisque posteritas illius legitimorum aecclesie servientium iure et lege vivant. Meginuvardo episcopo presente et advocato eius Ekkihardo suscipiente. Huius rei testes sunt. Heinrich de Enpfenpah. Rvodolf de Nozenhusen. Grîf de Halesperga. Gerolt de Wolfoltesdorf[3]. De familia Willipolt et Sigiboto de Zieleshusen. Regenmar et filius eius Vodalrich de Harthusen. Wolfkoz de Rinchpah. Rihker de Rubendorf. Gerolt de Wippenhusen. Adalpreht de Petenprunnen.

  1. Rasur.
  2. Über der Zeile emendiert.
  3. Über der Zeile „rf“.
Ortsnamen im Kontext
(…) Engila de Sandolteshusen (…) Heinrich de Enpfenpah. Rvodolf de Nozenhusen. Grîf de Halesperga. Gerolt de Wolfoltesdorf. De familia Willipolt et Sigiboto de Zieleshusen. Regenmar et filius eius Vodalrich de Harthusen. Wolfkoz de Rinchpah. Rihker de Rubendorf. Gerolt de Wippenhusen. Adalpreht de Petenprunnen.

Sandolteshusen: TF Sandelzhausen (Gde. Mainburg, Lkr. Kelheim)
Enpfenpah: TF Oberempfenbach (Gde. Mainburg, Lkr. Kelheim)
Nozenhusen: TF Notzenhausen (Gde. Rudelzhausen, Lkr. Freising)
Halesperga: TF Halsberg(Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Wolfoltesdorf: TF Wolfersdorf(Gde., Lkr. Freising)
Zieleshusen: TF Sillertshausen (Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Harthusen: TF Hartshausen(Gde. Zolling, Lkr. Freising)
Rinchpah: TF Rimbach, Kratzerimbach (Gde. Zolling, Lkr. Freising)
Rubendorf: TF Roggendorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Wippenhusen: TF Wippenhausen (Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
Petenprunnen: TF Pettenbrunn (Ortsteil von Freising, Lkr. Freising)
54. Text um 1080
TF 1481
fol.43v

fol.43v

Bischof Meginward (1078-1098) tauscht mit Bischof Otto von Regensburg (1061-1089) je einen Unfreien.

Authenticum.
Verbindung zur Zensualität des Regensburger Bischofs.

Opportet ad plurimorum venire notitiam quicquid inter religiosas agitur personas ne idem ab aliquibus minus deum diligentibus discindi valeat in posterum. Proinde concambium inter Ratisponensem episcopum Ottonem Frisingensemque presulem Meginwardum factum litteris commendavimus ne eiusdem aliquam possit umquam fieri dissolutio. Tradi(dit)[1] itaque Frisingensis episcopus per manum ecclesie advocati Perenhardi suum servientem Utonem super altare sancti Petri Ratispone et recepit Frisingensis episcopus suusque advocatus predictus a Ratisponensi episcopo suoque advocato Fridarico Ratisponensis ecclesie servientem Liutfridum. Et eadem commutatio iuxta iurisque ecclesie servientium per sacramentam interrogatorum facta est iudicium. Huius rei testes adhibiti sunt inferiores. De nobilibus. Richeri de Heitincheim. Werinheri de Chaphingen. ...[2]
De familia Ratisponensi Adalpret de Paltherishusan. Bru(n)[3] de Rvudenchofan. ... [4]
De familia Frisingensi Altman de Grintheim. Dietrich de Petin(prun)nen[5]. Pezili de Issandorf. Arnolt de Pupphesdorf. Vodalr(ich). Gerolt. Herirant. Hartuîc. Chvono.[6]

  1. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  2. Sub anno 1080 von späterer Hand. Textlücke von eineinhalb Zeilen.
  3. Ergänzt „n“, Original beschädigt. Nach Bitterauf Oru(uin).
  4. Restliche Zeile frei.
  5. Ergänzt nach Bitterauf, Original beschädigt. Ein zusätzliches De über der Zeile.
  6. Circa anno 1090 von späterer Hand. – Aufgrund der einheitlichen Schrift und des Inhalts handelt es sich hier um die Fortführung der Zeugenreihe.
Ortsnamen im Kontext
(…) inter Ratisponensem episcopum Ottonem Frisingensemque presulem Meginwardum (…) Ratisponensis ecclesie servientem Liutfridum. (…) Richeri de Heitincheim. Werinheri de Chaphingen.
De familia Ratisponensi Adalpret de Paltherishusan. Bru(n) de Rvudenchofan. (…)
De familia Frisingensi Altman de Grintheim. Dietrich de Petin(prun)nen. Pezili de Issandorf. Arnolt de Pupphesdorf. (…)

Ratispona: Regensburg (krfr.St.)
Heitincheim: TF Heidenkam (Gde. Tiefenbach, Lkr. Landshut)
Chaphingen: TF Kapfing (Kapfing, Gde. Vilsheim, Lkr. Landshut oder Kapfing, Gde. Walpertskirchen, Lkr. Erding, oder Kapfing, Gde. Isen, Lkr. Erding)
Paltherishusan: TF Baldershausen (Gde. Pfeffenhausen, Lkr. Landshut)
Rvudenchofan: TF Riekofen (Gde., Lkr. Regensburg)
Grintheim: TF Gründholm (Gde. Reichertshausen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Petin(prun)nen: TF Pettenbrunn (Ortsteil von Freising, Lkr. Freising)
Issandorf: TF Eixendorf (Gde. Marzling, Lkr. Freising)
Pupphesdorf: TF Pfaffendorf (Gde. Pfeffenhausen, Lkr. Landshut)
Folio 44 / 44v
Das Doppelblatt f. 44-45 gehört nach seiner Größe (24 cm mal 17 cm) und der Art der kopialen Verschriftlichung in den Codex commutationum (Hochstift Freising Archiv 2). Karl Meichelbeck, Historia Frisingensis I, 2 (1724), Nr. 1317, ordnet diesem noch die Dokumente des Doppelblattes zu. Das Blatt dürfte vermutlich aufgrund eines besonderen Textes auf der unteren Hälfte von f. 45v, der inzwischen durch Säurebehandlung unlesbar geworden ist, entfernt worden und in die Fragmentensammlung des LC gelangt sein.[1]
55. Text 1141
TF1536
fol. 44

fol. 44

Gerolt tauscht auf einem Placitum Bischof Ottos I. von Freising (1138-1158) den Hof seines Vaters in Wippenhausen vom Kloster Weihenstephan für zwei Generationen zurück gegen Übergabe seines Hofes in Loipertshausen.

Notum sit omnibus Christi fidelibus tam futuris quam presentibus qualiter quidam ministerial(is)[2]sancte Marie Willibolt nomine de Wippenhusen tradidit ad altare sancti Stephan(i) protomartyris Christi curtiferum apud Rihkerespuoh eo tenore quod ipse curtiferum in (Wippenhusen)[3] beneficiali iure possideret. Obeunte autem illo filius eius Gerolt aliud curtiferum in Liutprehteshusen super idem altare contradidit ea complacitatione quod ipse cum duobus successoribus suis filio scilicet[4] suo ac nepote predictum curtiferum in Wippenhusen absque omni servitio possideret. Defuncto vero Geroldo filius eius Dietpolt tradidit ad predic(tum)[5] altare duo proprietatis sue curtifera unum apud Isenmaningen et alterum apud Truhtheringen et molendinum unum apud apud[6] Vetingen quod ipse ab episcopo in beneficium habebat et ab ipso donari ad prenominatum altare impetravit et sic tande(m)[7] maximo labore pretexatum curtiferum apud Wippenhusen in proprietatem sibi commutavit.

Hec complacitatio facta est anno incarnationis dominice MCXLI presente et hanc complacitationem confirmante domno Ottoni venerabili huius sedis episcopo et Sigimaro predicti protomartyris abbate. Huius rei testes sunt de nobilibus. Heinricus comes de Wolfratehusen. Berihtolt comes de Tieroles. Perinhart de Wilheim. Marachuvart et frater eius Ota(cher)[8] de Mohingen[9]. Berihtolt de Ûffelendorf. Rvotpreht de Frichendorf. Wolftrigel de Heimpreh(teshusen)[10].

De familia sancte Marie Ysenrih camerarius[11]et filius eius Heinrih. Waltman et frater eius Rvodolf de Past(perch)[12]. Chvonrat et Ludouvich de Heidolfingen. Geruvich de Rubendorf. Rvodolf et frater (eius)[13] Rvotlant de Pubenhusen. Regenmar et Ortolf et Fritilo de Vnzinchoven. Altman de Haselp(ah)[14]. Vodalrich de Harthusen. Sigifrit de Wîlpah. Wolfheri et Sigifrit de Wolfoltesdorf. Gotescalh de Petenprunnen. Lieder et filius eius Engiluvan de Ahidorf. Engildio et (filius eius)[15] Aribo de Pahha. Eberhart et filius eius Heribort de Hangenhaim. Wolfhart de Pachen. Einvuich et frater eius Heinrich de Hittenf(urte)[16]. Chvonrat de Veringenpah. Fritilo de Gvog(inhusen)[17]. Chvonrat de Pubenhusen. Aribo et filius eius Werinher de Humprehteshusen. Dietmar et Vodalscalch. Sigiboto de Zieleshusen. Dietpolt de Sindeshusen. Sigiboto de Marz(ilingen)[18]. Adalpreht (Rorspato)[19]. Ysengrim de Pubenhusen.

  1. Vgl. auch die Vorbemerkung von Bitterauf zur Textedition.
  2. Blattecke beschädigt.
  3. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  4. Über der Zeile, emendiert.
  5. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  6. Wortduplikation im Text.
  7. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  8. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  9. Über der Zeile, emendiert.
  10. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  11. Über der Zeile, emendiert.
  12. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  13. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  14. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  15. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
  16. Ergänzt nach Bitterauf.
  17. Blattrand beschädigt, ergänzt nach /view Bitterauf.
  18. Ergänzt nach Bitterauf.
  19. Blattrand beschädigt, ergänzt nach Bitterauf.
Ortsnamen im Kontext
(…) Willibolt nomine de Wippenhusen tradidit ad altare sancti Stephan(i) protomartyris (…) curtiferum apud Rihkerespuoh (…) curtiferum in (Wippenhusen) (…) filius eius Gerolt aliud curtiferum in Liutprehteshusen (…) predictum curtiferum in Wippenhusen (…) filius eius Dietpolt tradidit ad predic(tum) altare duo proprietatis sue curtifera unum apud Isenmaningen et alterum apud Truhtheringen et molendinum unum apud apud Vetingen (…) pretexatum curtiferum apud Wippenhusen (…)
(…) domno Ottoni vernerabili huius sedis episcopo et Sigimaro predicti protomartyris abbate. (…) Heinricus comes de Wolfratehusen. Berihtolt comes de Tieroles. Perinhart de Wilheim. Marachuvart et frater eius Ota(cher) de Mohingen. Berihtolt de Ûffelendorf. Rvotpreht de Frichendorf. Wolftrigel de Heimpreh(teshusen).
(…) Waltman et frater eius Rvodolf de Past(perch). Chvonrat et Ludouvich de Heidolfingen. Geruvich de Rubendorf. Rvodolf et frater (eius) Rvotlant de Pubenhusen. Regenmar et Ortolf et Fritilo de Vnzinchoven. Altman de Haselp(ah). Vodalrich de Harthusen. Sigifrit de Wîlpah. Wolfheri et Sigifrit de Wolfoltesdorf. Gotescalh de Petenprunnen. Lieder et filius eius Engiluvan de Ahidorf. Engildio et (filius eius) Aribo de Pahha. Eberhart et filius eius Heribort de Hangenhaim. Wolfhart de Pachen. Einvuich et frater eius Heinrich de Hittenf(urte). Chvonrat de Veringenpah. Fritilo de Gvog(inhusen). Chvonrat de Pubenhusen. Aribo et filius eius Werinher de Humprehteshusen. (…)
Sigiboto de Zieleshusen. Dietpolt de Sindeshusen. Sigiboto de Marz(ilingen). (…) Ysengrim de Pubenhusen.

Wippenhusen: TF Wippenhausen (Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
sancti Stephan(i): Weihenstephan
Rihkerespuoh: TF Reichersbuch (nicht identifizierbar)
Liutprehteshusen: TF Loipertshausen (Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Isenmaningen: Ismaning (Gde., Lkr. München)
Truhtheringen: Trudering (Stadtteil von München)
Vetingen: TF Vötting (Vötting, Ortsteil von Freising oder Vötting, Gde. Taufkirchen (Vils), Lkr. Erding)
Wolfratehusen: Wolfratshausen (Gde., Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen)
Tieroles: Tirol (A)
Wilheim: TF Weilheim (Gde., Lkr. Weilheim-Schongau)
Mohingen: TF Feldmoching (Stadtteil von München)
Ûffelendorf: TF Iffeldorf (Gde., Lkr. Weilheim-Schongau)
Frichendorf: TF Frickendorf (Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Heimpreh(teshusen): TF Haimpertshofen (Ortsteil von Pfaffenhofen a. d. Ilm, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
P(astperch): TF Parsberg (Gde. Miesbach, Lkr. Miesbach oder der Burgstall Parsberg im Lkr. Fürstenfeldbruck oder Parsdorf, Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
Heidolfingen: TF Haindlfing (Haindfling, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindfling, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
Rubendorf: TF Roggendorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Pubenhusen: TF Bogenhausen (Stadtteil von München)
Vnzinchoven: TF Wnzchouen, siehe Inzkofen (Gde. Wang, Lkr. Freising)
Haselp(ah): TF Sixthaselbach (Gde. Wang, Lkr. Freising)
Harthusen: TF Hartshausen (Gde. Zolling, Lkr. Freising)
Wîlpah: TF Oberweilbach / Unterweilbach (Gde. Hebertshausen, Lkr. Dachau)
Wolfoltesdorf: TF Wolfersdorf (Gde., Lkr. Freising)
Petenprunnen: TF Pettenbrunn (Ortsteil von Freising, Lkr. Freising)
Ahidorf: TF Achdorf (Stadtteil von Landshut, Lkr. Landshut)
Pahha: TF Langenbach (Gde., Lkr. Freising)
Hangenhaim: TF Hangenham (Gde. Marzling, Lkr. Freising)
Pachen: TF Langenbach (Gde., Lkr. Freising)
Hittenf(urte): TF Hüttenfurth (Gde. Eching, Lkr. Landshut)
Veringenpah: TF Förnbach (Ortsteil von Pfaffenhofen a. d. Ilm, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Gvog(inhusen): TF Giggenhausen (Gde. Neufahrn b. Freising, Lkr. Freising)
Humprehteshusen: TF Umbertshausen (Gde. Neustadt a. d. Donau, Lkr. Kelheim)
Zieleshusen: TF Sillertshausen (Gde. Au i. d. Hallertau, Lkr. Freising)
Sindeshusen: TF Sünzhausen (Ortsteil von Freising, Lkr. Freising)
Marz(ilingen): TF Marzling (Gde., Lkr. Freising)
56. Text Februar 1147
TF1537
Kopiale Abschrift; Text ed. von Zahn, FRA II, 31, 103, nach einer Abschrift des 18. Jhs. aus Heckenstaller, die auf ein Einlageblatt im Codex commutationum Bezug nimmt; RI KO III 440 mit 437 zum Regensburger Reichstag.
fol.44v

fol.44v

Bischof Otto I. von Freising (1138-1158) tauscht mit der Äbtissin Adelheid von Passau-Niedernburg Unfreie.[1]

  1. Zur Person der Äbtissin Adelheid von Niedernburg vgl. Hiestand, Rudolf, Die Äbtissin Adelheid von Passau-Niedernburg und Kaiser Manuel I. Komnenos von Byzanz (MIÖG 102, 1994) 98-107, sowie Krick, Ludwig Heinrich, Die ehemaligen stabilen Klöster des Bistums Passau (Passau 1923) 203: Alhaid I., vierte Tochter des Grafen Berengar von Sulzbach und seiner dritten Gemahlin Alhaid von Wolfertshausen, urk. 1147, und Boshof, Egon, Die Regesten der Bischöfe von Passau 1 [731-1206], (München1992), zum Hoftag Konrads III. in Regensburg vom Februar 1147: 653f.


Commutatio mancipiorum.

In dei nomine placuit atque convenit inter magnificum Frisingiensis ecclesie antistitem domnum Ottonem (et) venerabilem abbatissam Pataviensis cenobii domna Adelheidem quandam commutationem facere sicut et fe(cerunt)[1]. Tradidit enim episcopus[2] per manum advocati sui Waltchuoni de Mâchlande sine contradictione (et) (dele)gavit[3] ad prefatum cenobium quedam mancipia videlicet Lîutkardam de Ense et sororem eius Me(thil)dem (cum)[4] filiis et filiabus omnique posteritate earum eo tenore et iure ut sicut episcopo ad cameram suam servie(runt) (ita)[5] exinde camere iam dicte domine A(delheide) sibique regulariter succedentium deserviant.

Econtra (prefata)[6] matrona tradidit ac per manum advocati sui Gebehardi comitis de Sulzpach legitime episcopo (et) delegavit quandam feminam Richkardam nomine cum[7] filiis et filiabus[8]omnique posteritate earum (ea conditione ut)[9] sicut antea capelle sue Houechirchen censum quinque denariorum singulis annis (persolvebant)[10] ita de cetero eundem tantummodo censum episcopo Frisingensi in cena domini ad mandatum et in[11] ministe(rium) pauperum sine querela persolvant.

Hec autem commutatio sive concambium assensu cleri sanctimonia(lium et)[12] favore familie utriusque partis perfecta est et presente ac annuente serenissimo Romanorum rege Chuonrado secundo[13] in conspectu principum ac totius curie apud Ratisponam privilegiis confirmata et conscripta ut (uterque quod accepit ten)eat[14] atque irrefragabiliter in perpetuum possideat. Testes de curia sunt isti. (Hein)ricus<[15]Ratisponensis episcopus. Reginbertus Pataviensis episcopus. Eberhardus Pabinbergensis. Gebehardus Eistetensis. (Altmannus)[16]Tridentinensis. De laicis principibus Fridericus Ratisponensis advocatus. Heinricus urbis prefectus et frater eius (Poppo et)[17]Berhtolt comites de Andehs. Hartuuicus comes de Pogine. Dietpaldus iunior marchio de Vo(heburch)[18](et) Otto filius Ottonis palatini comitis et multi alii principes et nobiles quorum nomina longum est enar(rare)[19]. Porro eorum testium qui huic negotio familiariter interfuerunt hec nomina sunt. Iunior D. marchio (de Voheburch).[20] Chonrat de Piburch. Waltchun de Griezpach. Wernher de Memminchouen. Berh(tolt)[21] de Scammer. Erchanpreht de Hanenpach. Hi omnes milites Gebehardi comitis. De nostris. Albertus de Moseburch et frater eius Burchart. Isinricus camerarius. Friderih de Haga. Chunrat de Heidolvingen. Ger(uuich)[22]de Rubndorf. Ruodolf et frater eius Ruolant de Pubenhusen. Eberhart de Werde. Gotefrit pin(cerna Herenvich)[23]. Friderih. Rudiger. De familia Pataviensi. Rvobertus. Marchuuart. Adalpreht. Pili(grim)[24]. Marchuuart. Eckihart. Enziman et plures alii.

Actum Ratispone et in celebri curia termina(tum anno)[25]dominice incarnationis MCXLVII.

  1. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  2. Über der Zeile, emendiert.
  3. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf. – Es handelt sich um den auch in der Nähe der Babenberger aufscheinenden Walchun von Machland (1105, † 1162), Boshof, Regesten 662 sowie Hintermayer-Wellenberg, Michael, Die Herren von Perg und die Herren von Machland, MOOeLA 21, 2008, 35-40.
  4. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  5. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  6. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  7. Ab delegavit auf Rasur.
  8. Danach omnique.
  9. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  10. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  11. Über der Zeile, emendiert.
  12. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  13. Gemeint ist Konrad III.
  14. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  15. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  16. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  17. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  18. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  19. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  20. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  21. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  22. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  23. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  24. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  25. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf; darunter von anderer Hand 1147.
Ortsnamen im Kontext
(…) magnificum Frisingiensis ecclesie antistitem domnum Ottonem (et) venerabilem abbatissam Pataviensis cenobii domna Adelheidem (…) Waltchuoni de Mâchlande (…) quedam mancipia videlicet Lîutkardam de Ense et sororem eius Me(thil)dem (…)
(…) Gebehardi comitis de Sulzpach (…) capelle sue Houechirchen (…) annuente serenissimo Romanorum rege Chuonrado secundo (…) apud Ratisponam (…) (Hein)ricus Ratisponensis episcopus. Reginbertus Pataviensis episcopus. Eberhardus Pabinbergensis. Gebehardus Eistetensis. (Altmannus) Tridentinensis. De laicis principibus Fridericus Ratisponensis advocatus. Heinricus urbis prefectus et frater eius (Poppo et) Berhtolt comites de Andehs. Hartuuicus comes de Pogine. Dietpaldus iunior marchio de Vo(heburch) (et) Otto filius Ottonis palatini comitis (…) Iunior D. marchio (de Voheburch). Chonrat de Piburch. Waltchun de Griezpach. Wernher de Memminchouen. Berh(tolt) de Scammer. Erchanpreht de Hanenpach. Hi omnes milites Gebehardi comitis. De nostris. Albertus de Moseburch et frater eius Burchart. (…) Friderih de Haga. Chunrat de Heidolvingen. Ger(uuich) de Rubndorf. Ruodolf et frater eius Ruolant de Pubenhusen. Eberhart de Werde. (…) De familia Pataviensi. Rvobertus. (…)

Actum Ratispone (…) Frisinga/en: Freising (Gde., Lkr.)
Patavia: Passau (krfr.St)
Mâchlande: TF Machland Oberösterreich
Ense: TF Enns (PB Linz, OÖ, A)
Sulzpach: TF Sulzbach (Gde. Pfaffenhofen a. d. Ilm, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Houechirchen: TF unbestimmbar
Ratispona: Regensburg (krfr.St.)
Pabinberg: Bamberg (krfr.St)
Eisteten: Eichstätt (Gde., Lkr.)
Trident(inensis): Trient (PB Bozen, I)
Andehs: Andechs (Gde., Lkr. Starnberg)
Pogine: Bogen (Gde., Lkr. Straubing-Bogen)
Vo(heburch): TF Vohburg a. d. Donau (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Piburch: TF Biburg (Gde. Alling, Lkr. Fürstenfeldbruck)
Griezpach: TF Bad Griesbach i. Rottal (Gde., Lkr. Passau)
Memminchouen: TF Mengkofen (Gde., Lkr. Dingolfing-Landau)
Scammer: TF unbestimmbar
Hanenpach: TF Hahnbach (Gde., Lkr. Amberg-Sulzbach)
Moseburch: TF Moosburg (Gde. Moosburg a. d. Isar, Lkr. Freising)
Haga: TFHaag (Gde. Haag a. d. Amper, Lkr. Freising)
Heidolvingen: TF Haindlfing (Haindfling, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindfling, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
Rubndorf: TF Roggendorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Pubenhusen: TF Bogenhausen (Stadtteil von München)
Werde: TF Wörth (Gde., Lkr. Erding)
Folio 45 / 45v
57. Text vor 1156
TF1764
Kopiale Abschrift auf einer Seite mit Nachtrag der Kopfzeile; ganz auf Rasur. Die Abschrift wurde vermutlich gleichzeitig mit der Eintragungen des Textes auf Hochstift Freising Archiv 2, post f. 293 II getätigt.
fol.45

fol.45

Die Freisinger Kanoniker ertauschen von Berthold von Eschlbach gegen Hörige und Güter in Eschlbach Hörige und eine Mühle an der Ilm sowie Güter in Thongräben und Eberstetten.

Commutatio de Esgilbach.[1]

Notum sit omnibus Christi fidelibus qualiter placuit canonicis sancte Marie Frisingensis et Perchtoldo de Esgilpach inter se quandam facere commutationem. Fecerunt ergo sic.

Canonici ecclesie prenotate XI mancipia cum bonis qui in Esgilpach habuerunt excepta eiusdem ville ecclesia et ad eam pertinente decima Perchtoldo tradiderunt pro quibus ab eo V mancipia cum molendino iuxta Ilminam fluvium posito et predio apud Tangreben quod tunc in manu Levtoldi de Haginvowen fuit receperu(nt). Preterea idem Perchtoldus dedit eis predium quod prius erat Sigbotonis de G(nis)torf[2] in Ebiroltisteten situm hoc videlicet pacto quatenus idem Siboto ipsum predium de manu fratrum susceptum dum viveret tantum ad suos usus haberet quo defuncto ad manus canonicorum absque omni contradictione rediret. Hoc autem concambium sub domni Ottonis prefate ecclesie episcopi venerabilis et Ottonis advocati et filii sui Ottonis presentia quo oportuit iure confirmatum et roboratum est hoc scilicet pacto interposito ut si aliquo casu predia ab eodem Perchtoldo ecclesie donata in litem venirent quam vel ipse vel heredes eius terminare nollent vel non possent concambium ab utraque parte factum in irritum duceretur et predia hinc inde data sine omni hesitatione ad antiquos possessores revocarentur.

Huius rei testes sunt et per aurem ut mos est tracti. (Ipse dominus Otto)[3] advocatus et filius eius Otto[4]. Rutpret de Tunneshusen et frater eius Pabo. Pilgrim de Wolmutsahen. Leutolt de Haginvowe. Friderich de Baingen. Meginhart de Maisach. De ministerialibus ecclesie. Waltman de Pastperch et miles eius Rudiger. Altman de Hasilpach. Chunrat de Haidolfingen et Ortolf. Gerwîch de Rubendorf. Rudolf de Pvbenhvsen.[5] Dietpolt de Wippenhusen et filius eius Dietpolt. Engilmar de Massinhusen. Heribort de Buren. Folchart de Pâchen. (Fritilo de Ismanningen. Ludewich de Haidoluingen).[6] De ministerialibus advocati Adilhart de Prisingen. Witilo de Wartenberch et filius eius Sigifrit. Vlrich quem vocant Sîbenhâr de Valle. Hartwich. Mazilo. Rîcher et frater eius Engilwart. Perchtolt. Heinrich. Arnolt de Haginvowen. Berinhart de Verginpach.

  1. Kopfzeile; von späterer Hand: Otto episcopus primus; der folgende Text steht großenteils auf Rasur.
  2. Verderbt, ergänzt nach Codex commutationum, post f. 293 II, rechtes Einzelblatt eines früheren Doppelblattes.
  3. Verderbt, ergänzt nach Codex commutationum, post f. 293 II, rechtes Einzelblatt eines früheren Doppelblattes.
  4. (fi)lius eius Otto Nachtrag über der Zeile.
  5. Nachtrag am linken Blattrand.
  6. Verderbt, ergänzt nach Codex commutationum, post f. 293 II, rechtes Einzelblatt eines früheren Doppelblattes.
Ortsnamen im Kontext
(…)canonicis sancte Marie Frisingensis et Perchtoldo de Esgilpach (…)

Canonici ecclesie prenotate XI mancipia cum bonis qui in Esgilpach habuerunt excepta (…) V mancipia cum molendino iuxta Ilminam fluvium posito et predio apud Tangreben quod tunc in manu Levtoldi de Haginvowen fuit (…) Perchtoldus dedit eis predium quod prius erat Sigbotonis de G(nis)torf in Ebiroltisteten situm (…)

(…) Rutpret de Tunneshusen et frater eius Pabo. Pilgrim de Wolmutsahen. Leutolt de Haginvowe. Friderich de Baingen. Meginhart de Maisach. De ministerialibus ecclesie. Waltman de Pastperch et miles eius Rudiger. Altman de Hasilpach. Chunrat de Haidolfingen et Ortolf. Gerwîch de Rubendorf. Rudolf de Pvbenhvsen.Dietpolt de Wippenhusen et filius eius Dietpolt. Engilmar de Massinhusen. Heribort de Buren. Folchart de Pâchen. (Fritilo de Ismanningen. Ludewich de Haidoluingen.)De ministerialibus advocati Adilhart de Prisingen. Witilo de Wartenberch et filius eius Sigifrit. Vlrich quem vocant Sîbenhâr de Valle. (…) Arnolt de Haginvowen. Berinhart de Verginpach.

Frisinga/en: 'Freising (Gde., Lkr.)
Esgilpach: TF Eschlbach (Eschlbach, Gde. Bockhorn, Lkr. Erding oder Eschlbach, Gde. Niederviehbach, Lkr. Dingolfing-Landau); vgl. Mayr, Erding 74 (Schäftlarner Traditionen 251, wo der Wittelsbacher Dienstmann Bertold von Eschlbach 1183 aufscheint) und 96.
Ilmina fluvium: Ilm
Tangreben: TF Thongräben (Gde. Wolnzach, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Haginvowen: TF Hagenau (Gde. Kranzberg, Lkr. Freising)
G(nis)torf: TF Gneisdorf (Gde. Scheyern, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Ebiroltisteten: TF Eberstetten (Gde. Pfaffenhofen a. d. Ilm; Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Tunneshusen: TF Tünzhausen (Gde. Allershausen, Lkr. Freising)
Wolmutsahen: TF Wolnzach (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Haginvowe: TF Hagenau (Gde. Kranzberg, Lkr. Freising)
Baingen: TF Pang (Gde. Rosenheim, Lkr. Rosenheim)
Maisach: TF Maisach (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck)
P(astperch): TF Parsberg (Gde. Miesbach, Lkr. Miesbach oder der Burgstall Parsberg im Lkr. Fürstenfeldbruck oder Parsdorf, Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg)
Hasilpach: TF Sixthaselbach (Gde. Wang, Lkr. Freising)
Haidolfingen: TF Haindlfing (Haindlfing, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindlfing, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
Rubendorf: TF Roggendorf (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)
Pvbenhvsen: TF Bogenhausen (Stadtteil von München)
Wippenhusen: TF Wippenhausen (Gde. Kirchdorf a. d. Amper, Lkr. Freising)
Massinhusen: TF Massenhausen (Gde. Neufahrn, Lkr. Freising)
Buren: TF Bürg (Gde. Volkenschwand, Lkr. Kelheim)
Pâchen: TF Langenbach (Gde., Lkr. Freising)
(Ismanningen): Ismaning (Gde., Lkr. München)
(Haidoluingen): TF Haindlfing (Haindlfing, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising)
Prisingen: TF Langenpreising (Gde., Lkr. Erding)
Wartenberch: TF Wartenberg (Gde., Lkr. Erding)
Valle: Valley (Gde., Lkr. Miesbach)
Verginpach: TF Förnbach (Gde. Pfaffenhofen a. d. Ilm, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
58. Text 1159-1184
TF1554
fol.45v

fol.45v

Graf Konrad III. von Dachau (1159-1182) übergibt auf Bitten Fritilos von Ismaning dessen Sohn Arnold mit seiner Ministerialin Kunigunde unter Beteiligung des Grafen Konrad von Valley und verwandter Personen an das Hochstift Freising.

Kopiale Abschrift.[1]

  1. Rückseite des Dbl., das aus Hochstift Freising Archiv 2 entfernt und später in den Liber Censualium eingebunden wurde.


Notum sit omnibus fidelibus quod Conradus iunior dux de Dachouue rogatu Fritilonis de Ismanningen filium eiusdem Fritilonis Arnoldum quem ipse habuit ex Chunigvnda[1] ministeriale ducis delegavit in manum comitis Conradi de[2] Valeie per manum patrui sui Arnoldi comitis tunc advocati et tutoris prenominati ducis eo tenore quod ipse eum delegaret ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani apud Frisinginsam sub iure et conditione ministerialium ibidem perpetualiter permanendum.

Huius rei testes nobiles. Ulrih de Lochusen. Deginhart de Seuelt. Ortolf et frater eius Frederich de Sigmareshusen. De ministerialibus. Wato et Witiliep. Grîm. Berhtolt de Muotgeresbah. Heinrih de Heimenhusen et frater eius Hartmuot. Piligrim et filius eius Chunrat. Heinrih de Oterhusen.[3] Deinde comes Conradus Frisingam veniens fidem suam absolvit delegans prefatum adolescentem Arnoldum ad corpus beati Corbiniani in manum venerabilis Alberti episcopi supradicto tenore sicut in manum eius legatus fuerat. Presente duce Welfone cum testibus quorum hoc nomina sunt. Friderich palatinus comes et frater eius Otto iunior. Comes Berhtoldus. Heinricus Ratisponensis urbis prefectus. (Chunrat) iunior (comes de) Valeie.[4]Eberhart de Frichendorf. Liutolt de Hagenowe et filius eius Liutolt. De ministerialibus ecclesie. Ruodolf de Muspah et filius eius Ruodolf. Engiluuan. Engilmar et filius eius Engilmar. Chuonrat de Heidoluingen. Dietpolt et filius eius Diepolt. Fortlieb de Suanhiltdorf. Ulrih de Chelheim. Ulrih de Holzhusen. Osrih. Sifrit. Witiliep. Berhtolt. Grîm. Heinrih. Hartmuot qui et supra et preter eos plures alii.[5]

  1. Emendiert.
  2. Anschließend Dach.
  3. Nachtrag am linken Blattrand, teilweise verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  4. Nachtrag am linken Blattrand, teilweise verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  5. Der auf dem Blatt folgende Text, Textbeginn: Notum sit omnibus Christi fidelibus … ist durch Säureeinwirkung oder Abrieb unlesbar und bereits von Bitterauf nicht ediert worden.
Ortsnamen im Kontext
(…) Conradus iunior dux de Dachouue rogatu Fritilonis de Ismanningen filium eiusdem Fritilonis Arnoldum (…) comitis Conradi de Valeie (…)
Ulrih de Lochusen. Deginhart de Seuelt. Ortolf et frater eius Frederich de Sigmareshusen. (…) Berhtolt de Muotgeresbah. Heinrih de Heimenhusen et frater eius Hartmuot. (…) Heinrih de Oterhusen. (…) Heinricus Ratisponensis urbis prefectus. (Chunrat) iunior (comes de) Valeie. Eberhart de Frichendorf. Liutolt de Hagenowe et filius eius Liutolt. De ministerialibus ecclesie. Ruodolf de Muspah et filius eius Ruodolf. (…) Chuonrat de Heidoluingen. (…) Fortlieb de Suanhiltdorf. Ulrih de Chelheim. Ulrih de Holzhusen. (…)

Dachouue: Dachau (Gde., Lkr.)
Ismanningen: Ismaning (Gde., Lkr. München)
Valeie: TF Valley (Gde., Lkr. Miesbach)
Lochusen: TF Lochhausen (Gde. Markt Indersdorf, Lkr. Dachau)
Seuelt: TF Seefeld (Gde. Telfs, PB Innsbruck, A)
Sigmareshusen: TF Sigmertshausen (Gde. Röhrmoos, Lkr. Dachau)
Muotgeresbah: TF Miegersbach (Gde. Odelzhausen, Lkr. Dachau)
Heimenhusen: TF Haimhausen (Gde., Lkr. Dachau)
Oterhusen: TF Ottershausen (Gde. Haimhausen, Lkr. Dachau)
Ratispona: 'Regensburg (krfr.St.)
Frichendorf: TF Frickendorf (Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Hagenowe: TF Hagenau (Gde. Kranzberg, Lkr. Freising)
Muspah: TF Miesbach (Gde., Lkr.)
Heidoluingen: TF Haindlfing (Haindlfing, Gde. Freising, Lkr. Freising oder Oberhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Unterhaindlfing, Gde. Wolfersdorf, Lkr. Freising oder Haindlfing, Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
Suanhiltdorf: TF Schweinersdorf (Gde. Wang, Lkr. Freising)
Chelheim: Kelheim (Gde., Lkr.)
Holzhusen: TF Holzhausen (Holzhausen, Gde. Neuching, Lkr. Erding oder Holzhausen, Gde. Alling, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Holzhausen, Gde. Utting a. Ammersee, Lkr. Landsberg a. Lech oder Holzhausen a. Starnberger See, Gde. Münsing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen)
Folio 46 / 46v
Der unegale Urbarzettel (Größe: 8,5-12 cm mal 10,2-12,5 cm) wurde vermutlich bei einer Visitation vor Ort von einer Hand beschrieben und diente als Notiz. Der Text ist auch am Ende der „Notitia bonorum de Lonka“ überliefert, einem frühen Urbar des Bistums Freising, das Besitzungen in Krain, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol verzeichnet (HL Freising 4, f. 53 56v; hier f. 56 Zeile 2 bis f. 56v, ed. Zahn FRA II 36, 12-19, hier 17f.). In diesem, von zwei Händen geschriebenen Besitzverzeichnis (erste Hand f. 53 bis f. 55v; zweite Hand f. 55v unteres Viertel bis f. 56v, Zeile 16) ist der Text des Urbarzettels am Ende des zweiten Teiles inseriert, wodurch sich der Kontext zu den Besitzungen Freisings in Katsch ergibt. – Die Varianten der Kopie im Urbar zu dem hier edierten Authenticum werden in Klammern angegeben.


59. Text Bitterauf circa 1160
TF1772
fol.46

fol.46

Urbarzettel, auf Katsch und Friesach bezüglich.

Authenticum.

De X hobis et dimidia tercia pars. de tribus que vocantur sellehen et de uno tabernario et de I melendinario (molendinario) tercia pars. Tres taberne de unaquaque cervisia sex modios (modii) avene. X [1] hobe maiores quarum una solvit sex (VI) modios avene quos (quas) ille debet vertere in brazam. XXXII denarios pro operibus quatuor (IIII) friskingos qui sunt IIII modii siliginis[2] vel VIII avene vel ipsos friskingos vel IIII modios braze I tergum capri maturi vel duo capre I modium timuli (humuli item) hophen unum (I) friskingum vel VI denarios et I alium friskingum tantundem valentem et I porcum vict(imalem)[3] et I gallinam et vecturam usque Frisacam. cetere VIII (VIIII) hobe tantundem reddunt. Due alie hobe utraque I porcum sagin(atum). sex (VI) modios braze I modium tritici III gorzas siliginis et III gorzas hophen ad pastum porci (porcorum) IIII gorzas siliginis et V avene uterque dimidium gorzam fabr[4] (fabe). utraque[5] I gorzam salis bis cumulandam I porcum vict(imalem) I[6] ovem de prato aliam ovem ad stipem I gallinam tantum solvit I tantum solvit altera (tantum altera).

XI[7] hobe unaqueque quarum solvit XXXII denarios sex (VI) modios avene in brazam vertendos et usque Frisacam ferendos I tergum maturi capri vel duo capre I porcum vict(imalem) unum ovem[8] de prato[9] et I stipem (alian ouem ad stipem) I modium hophen I pullum et opus ad maiorem villicum (uillicationem). Sex alie hobe tantundem solvunt et insuper opus ad minorem curtem. ad quam etiam opus debet una de supradictis hobis.[10]
fol.46v

fol.46v

Decem hobe que libere dicuntur unaquaque quarum sic solvit XXIII urnas braze unum (I) gorza siliginis et tres (III) tritici et vecturam usque Frisacum vel pro vectura VI gorza sil(iginis) et ovem cum agno vel XV denarios I porcum vict(imalem) et I ovem ad stipem I modium hophen et de lino unum cehenling (cehenlinc) et gallinam. Ad ius officialis III urnas braze et I friskingum porcum vel VI denarios I gorza tritici. unum molendinum XXIII urnas braze et I gorza[11] sil(iginis) III tritici. aliud molendinum XI urnas braze II gorze (gorza) sil(iginis) II tritici. unum molendinum XXX denarios. Insuper hoba camerarii qui[12] (...) solvit III marcas.

  1. Emendiert aus nouem.
  2. Übernommen aus Bitterauf, im Text mod sil mit Kürzung.
  3. Ergänzung nach Bitterauf.
  4. (Kürzung) Bitterauf ediert fabe.
  5. Danach di.
  6. Danach po.
  7. Emendiert aus decem.
  8. Emendiert.
  9. Bitterauf ediert pretio.
  10. Ende von f. 46; nach (uillicationem) folgt bei Zahn, FRA II 36, 18 (ad etiam opus debet una de supradictis hobis).
  11. Bitterauf ediert II gorze.
  12. Das nächste Wort ist verderbt.
Folio 47 / 47v


60. Text 1119/1120-1121, 7. August
TF1509
Das unbesiegelte, schmale Pergamentstück (Größe: 7-8 cm mal 15,5 cm) bringt ausschließlich den Text dieses Tauschgeschäftes. Die Rückseite ist unbeschrieben. Auffällig ist, dass im unteren Drittel ein breiter freier Rand gelassen wurde, über dem der Text in eher gedrängter und zügiger Schrift steht. Es dürfte sich um eine Zweitausfertigung des Tauschgeschäftes handeln, welches inhaltlich im Kontext mit der Ausstattung des (späteren) Stifts St. Georgen an der Traisen durch Ulrich von Passau steht (vgl. hierzu Boshof, Regesten 1, 510 und 514, zur Pfarre Neukirchen s. Wolf, Niederösterreich, S. 218); hierdurch ergibt sich auch die zeitliche Einordnung des Textes.
fol.47

fol.47

Bischof Heinrich (1098-1137) ertauscht Fernbesitz in Niederösterreich.

Tauschurkunde Bischof Heinrichs mit Bischof Ulrich von Passau (1092-1121) zur Ausstattung der gegründeten Kirche in Neukirchen (am Ostrong) mit Zehnteinnahmen sowie deren Anbindung an Freising.

Authenticum.

Deus adiuvat me. Concambium inter Pataviensem ecclesiam et Heinricum Frisingensem episcopum. Tradidit episcopus Heinricus predium apud sanctum Georgium quod vocabatur Wert et hobam I apud Sevvaren et in Suntowe hobam I episcopo Ulrico ad faciendum in(de) quod liberet. Econtra tradidit episcopus Patavus omnem decimationem qu(ae) vel in presentiarum esset vel in futuro per culturam provenire posset in predio episcopi Heinrici cuius hi termini sunt sicut fluit Cherbah in Suarzahe Suarzahe in Grîzstic. Tichahe in Witten. Witten rursus in Griezstich ea conditione ut pertineret ad ecclesiam[1] Niwenchirchen in fundo suo fabricatam et ecclesia cum dote et decimatione omnique iure ad se pertinente Frisingensi ecclesie deserviret. Huius rei testes sunt. Marchio Leopoldus. Comes Conradus de Pilstein. Comes Sigihart de Scalah. Comes Ger de Gluze. Egino de Urle et frater eius Alram et ministeriales fere omnes utriusque episcopi. Isingrim. Hun. De capellanis. Adelpreht. Gerolt. Ulrih. Albero prepositus. Palduin de Ardacher. Meginhart Fuhs. Engilger. Wielant. Gotefrit. Mordaches et multi alii.

  1. Verderbt.
Ortsnamen im Kontext
(…) inter Pataviensem ecclesiam et Heinricum Frisingensem episcopum. (…) predium apud sanctum Georgium quod vocabatur Wert et hobam I apud Sevvaren et in Suntowe hobam I (…) hi termini sunt sicut fluit Cherbah in Suarzahe Suarzahe in Grîzstic. Tichahe in Witten. Witten rursus in Griezstich (…) Niwenchirchen (…) Comes Conradus de Pilstein. Comes Sigihart de Scalah. Comes Ger de Gluze. Egino de Urle et frater eius Alram et ministeriales fere omnes utriusque episcopi. Isingrim. (…) Palduin de Ardacher. (…)

Patavia: Passau (krfr. St.)
sanctus Georgius: später Stift St. Georgen an der Traisen, Gem. Traismauer, PB Sankt Pölten
Wert
: TF Altenwörth (Gde. Kirchberg am Wagram, PB Tulln, N)
Sevvaren: TF Sebarn am Wagram (Gde. Grafenwörth, PB Tulln); vgl. Wallner, Namenregister II, Nr. 449: „In Frage kommt nur die gleichnamige Doppelsiedlung oberhalb Tulln und hiervon wieder gegenüber dem jüngeren Ober- das ältere bäuerliche Unterseebarn nächst dem mitgenannten St. Georgen jenseits der Donau bei Traismauer.“
Suntowe
: TF in Niederösterreich, nicht identifizierbar; vgl. Wallner, Namenregister II, Nr. 472: „nach Pfarrer J. Pleichl, Emmersdorf, vielleicht die große „Sandelau“ im Flutbereich der Donauzwischen Seebarn und St. Georgen bei Traismauer.“
Cherbah
: TF der Kehrbach im Wienerwald; GewN, Oberlauf d. Laimbaches, r.z. Weitenbach in Laimbach am Ostrong (Gde. Münichreith-Laimbach, PB Melk)
Suarzahe: 'TF Schwarzau, Quellfluss der Leitha
Grîzstic
: 'TF Griezstich in Niederösterreich, Griessteig, abgek. Name f.e. Weg zw. Marbach an der Donau (PB Melk, N) u.d. Böhmersteig (s. P. Csendes, Straßen NÖ´s 216f.)
Tichahe: TF unbestimmt; für Thaya, auch Ortsteil von Am Ostrong/ Münichreith (Gde. Münichreith-Laimbach, PB Melk, N)
Witten
: TF Witen, Niederösterreich; Weitenbach, GewN, l.z. Donau in Weitenegg (Gem, Leiben, PB Melk, N)
Griezstich: 'TF Griezstich in Niederösterreich
Niwenchirchen
: TF Neunkirchen b. Peilstein, (Neukirchen am Ostrong Gde. Pöggstall PB Melk, N)
Pilstein: TF Peilstein (Gde., PB Melk)
Scalah: TF Schallaburg (Schloss Schallaburg, Gde. Schollach, PB Melk, N)
Gluze: TF Gleiss (Gde. Sonntagberg, PB Amstetten,N)
Urle: TF Url, abgek. Name e. Hochfreien-Geschlechts, Sitz vermutlich Sankt Peter in der Au (PB Amstetten)
Ardacher: 'TF Ardagger (Gde., PB Amstetten)
fol. 47v

fol. 47v

Unbeschrieben
Folio 48 / 48v
61. Text 1053-1078
TF1620
Der folgende Text über das Rechtsgeschäft des Domkapitels wurde auf der Versoseite des kleinen Zettels (Größe: 13,5 cm mal 18,5 cm) der Tauschurkunde Bischof Ellenhards mit dem Ministerialen Eppo (heute f. 48v) verschriftlich; er befand sich noch zur Zeit Meichelbecks bei den Einbindungen des Codex Commutationum. Auch Bitterauf geht in seiner Beschreibung der Handschrift davon aus, dass zunächst das Authenticum auf f. 48v, das den Rechtsakt von Bischof Ellenhard enthält, auf dem Zettel verschriftlicht wurde (vgl. Bitterauf S. XXXVII). Das Blatt ist nachträglich am rechten Rand beschnitten.
fol. 48

fol. 48

Das Domkapitel ertauscht mit Billigung des Bischof Ellenhard und des magister fratrum Ulrich von dem Kleriker Wolfhard Besitz in Schlagerhausenmühle und Eschlbach gegen Besitz und die Zehnten in Walkersbach.

Authenticum.

Consultum namque videtur ut quicquid secularibus agitur negotiis ita probabilium testimonio virorum ac serie confirmetur litterarum[1] ab aliquo postmodum temere dissolvi nec temporum prolixitate oblivioni valeat tradi. Quapropter cunctorum Christi fidelium presentium scilicet et futurorum agnoscat industria qualiter placuit atque convenit inter canonicos sancte Frisingensis ecclesie quendam clericum nomine Wolfhardum precipiente pio de venerabili antistite Ellenhardo una cum domno (Uodal)rico[2] ac fratrum magistro eorundem tam illo quam ceteris clericis nobilibus et ignobilibus consentientibus et conlaudantibus quoddam concampium facere quod et fecerunt. Tradidit namque prelibatus clericus Wolfhart iam ad presens quicquid proprietatis habuit in loco Sachlin(t)ahus et dimidiam hobam aput Eschilinpach contra decimationem Waltchuonispach in curtiferis agris cultis et incultis (pr)atis[3] pascuis quesitis et inquirendis exitibus et reditibus omnisque rebus iure ad hec loca pertinentibus per manus advocati sui (Ari)bonis in manus fratrum ac Ottonis advocati. Econtra in reconpensationem prefatus magister Uodalricus una cum fratribus ac (Otto)ne[4] advocato suo tradidit Waltchuonispach et decimationem eidem clerico in manus advocati sui Aribonis in (potes)tatem[5] perpetualiter sibi existendum et quicquid sibi in presens et in posterum libitum est licitum habeat faciendum. (Huius)[6] rei testes sicut mos est tracti sunt per aures. Helmpreht. Gamanolf. Gerolt et frater eius Iacob. De familia. (Epa)raro.[7] Aribo. Altman. Mahtuni iuniorque Mahtuni. Reginhart fraterque eius Waldman. Gerhart.[8] … Liutheri. Wezil. Wolfkoz. Ruodolf.

  1. Bitterauf ergänzt ne.
  2. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  3. Blatt beschnitten, ergänzt nach Bitterauf.
  4. Blatt beschnitten, ergänzt nach Bitterauf.
  5. Blatt beschnitten, ergänzt nach Bitterauf.
  6. Blatt beschnitten, ergänzt nach Bitterauf.
  7. Blatt beschnitten, ergänzt nach Bitterauf.
  8. Blatt beschnitten, der nächste Name ist unklar.
Ortsnamen im Kontext
(…) Tradidit (…) clericus Wolfhart iam ad presens quicquid proprietatis habuit in loco Sachlin(t)ahus et dimidiam hobam aput Eschilinpach contra decimationem Waltchuonispach (…) Uodalricus (…) tradidit Waltchuonispach (…)

Sachlin(t)ahus
: TF Schlagenhausermühle bei Gosseltshausen (Gde. Wolnzach, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Eschilinpach: TF Eschlbach (Eschlbach, Gde. Bockhorn, Lkr. Erding oder Eschlbach, Gde. Niederviehbach, Lkr. Dingolfing-Landau)
Waltchuonispach: TF Walkersbach (Ortsteil von Pfaffenhofen a. d. Ilm, Gde., Lkr.)
62. Text 1053-1078
TF1621
Es handelt sich offenbar um eine unbesiegelte Zweitausfertigung der bischöflichen Kanzlei; auffällig ist der für die Besiegelung vorgesehene, unbeschriebene untere Blattrand. Das Blatt ist unegal am rechten Rand beschnitten. Es war zur Zeit Meichelbecks vermutlich noch im Codex Commutationum eingebunden, wurde später herausgeschnitten, mit anderen Einzelstücken aufbewahrt und bei der Neubindung und Neufoliierung von 1878 mit weiteren Unikaten dem Liber Censualium beigebunden (vgl. die Handschriftenbeschreibung von Löhr am Beginn der Schutzblätter der Neubindung des Codex).
fol.48v

fol.48v

Bischof Ellenhard ertauscht durch seinen Vogt Otto von dem Ministerialen des Domkapitels Eppo 60 Morgen zu Ebenhof gegen 20 zu Biburg.

Authenticum.

(Noverint)[1] omnes Christi fideles presentes et futuri qualiter placuit domno Ellinhardo episcopo consensu et consilio (Ottonis advocati) sui ceterorumque fidelium suorum tam clericorum quam laicorum adhibito quoddam con(cambium) facere cum Eppone laudabili confratrum ministro quod et ita est factum. Tradidit namque supradictus (episcopus eidem) Epponi per manum Ottonis sui et confratrum suorum advocati de bonis confratrum cum ipsorum consensu (et peticione in) loco Pipurc dictu[2] XX iugera sibi et posteris suis perenniter in proprium habendum. Retr(adidit autem) predictus Eppo in loco Ebichanhouan dicto LX iugera ad altare sancte Marie et sancti Corbiniani (ad servicium) confratrum ibidem Christo servientium. Huius rei sunt testes sicut mos est tracti per aures. Ernus. (Gama)nolfus. Adalram. Sigipolt. Erchanger. Gero. De servis Epararo. Wolfheri. Mathuni. (Haimo). Penno. Piligrim. Liutpolt. Kharlman. Isangrim. Uogo. Hunger. Adalpreht. (Adalhart).

  1. Die Ergänzungen folgen der Edition von Bitterauf.
  2. Bitterauf ediert dicto.
Ortsnamen im Kontext
(…in) loco Pipurc dictu (…) Retr(adidit autem) predictus Eppo in loco Ebichanhouan dicto (…)

Pipurc: TF Biburg (Gde. Alling, Lkr. Fürstenfeldbruck)
Ebichanhouan: TF Ebenhof (Gde. Pfaffenhofen a. d. Ilm; Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Folio 49/49v
Inhaltlich und paläographisch stehen diese Eintragungen im Kontext mit den Nachträgen und Marginalnotizen des Basistextes. Sie wurden von verschiedenen Händen auf einem Pergamentrest vielleicht als Schreibübungen von Schülern der Domschule kopiert. Das Blatt (Größe: 26 cm mal 11-17 cm) lässt ein kleines Kompendium vermuten, von welchem hier eine Hälfte eines Doppelblattes erhalten ist. Im unteren Teil der Versoseite ist der Text durch moderne Säureeinwirkungen verderbt und unlesbar geworden.
63. Text Datierung nach Bitterauf 1254
TF1808a
fol.49

fol.49

Besitzergänzungen durch spätere Namenlisten und Traditionsnotizen.

…dorf[1] tradidit ad altare beate virginis (et sancti Corbiniani)[2] tali conditione ut unum denarium offerat in honorem (episcopi)[3] singulis[4] annis. Hii sunt testes qui intererant. dominus Rvpertus plebanus de Volkarsdorf. Al. decanus de Lentfritshusen. Vlricus miles et Chvnrat eius filius et Irmegardis.[5]

Chunradus de Prvnnechouen[6] H. dictus Chobo est censualis V denariorum super altare beate virginis.

  1. Der Textbeginn fehlt, er befand sich vermutlich auf der linken Hälfte eines Doppelblattes, von dem hier nur die rechte erhalten ist.
  2. Ergänzt nach Bitterauf; das Blatt ist am oberen Rand beschnitten.
  3. Unlesbar, ergänzt nach Bitterauf.
  4. Danach septimanis.
  5. Irmegardis kann nicht zu den testes gehören; danach von anderer Hand.
  6. Über der Zeile emendiert „r“.
Ortsnamen im Kontext
(…) dominus Rvpertus plebanus de Volkarsdorf. Al. decanus de Lentfritshusen. (…)
Chunradus de Prvnnechouen (…)

Volkarsdorf: TF Volkersdorf (Gde. Jetzendorf, Lkr. Pfaffenhofen a. d. Ilm)
Lentfritshusen: TF nicht identifiziert
Prvnnechouen: TF Brunnhofen (Gde. Marzling, Lkr. Freising)
64. Text Datierung nach Bitterauf 1254
TF1808b
Noverint[1] omnes et singuli quod Vlricus piliator de Landeshut cum liberis suis pertinet ad altare beate virginis in Frisinga. Nam omnes a quibus duxit originem pertinebant taliter ad altare ecclesie memorate (ut)[2] V denarios obtulerint recepturi unicum pro expensis.[3]

Heinricus. Gerdrudis. Perhta. Christina. Item Berta. Juta et Chvnradus. Vlricus et Otto.

  1. Text von anderer Hand.
  2. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  3. Danach von anderer Hand.
Ortsnamen im Kontext
(…) Vlricus piliator de Landeshut (…)

Landeshut: Landshut (Gde., Lkr.)
65. Text 24. August 1254
TF1808c
Notum[1] sit universis presentes paginam respecturis quod Otto et Wernhardus et Chunradus fratres et Methildis et Gerdrudis ipsorum sorores de Lochusin quae proprietate possederant ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani tradiderunt Vlricum libere ut annuatim ad communem usum fratrum[2] V denarios persolvat. Huius rei testes. O.[3] Sappo. Hernidus. Liupoldus V(er)tignus[4]. Fridericus. Hainricus. canonici. H.[5] custos. Wernherus granator. H. Sweuus. H. Schelo et alii quamplures. Acta sunt hec ab incarnatione domini MCCLIIII. in die beate Bartholomei.[6]

Perht. Mahth. Vlricus. Mergart. Mahth. Hiltkart. Gerdrudis. Maethilt.[7]

  1. Text von anderer Hand.
  2. Emendiert „a“.
  3. Bei Bitterauf ergänzt zu O(tto).
  4. Ergänzt nach Bitterauf.
  5. Bei Bitterauf ergänzt zu H(einricus).
  6. Danach von späterer Hand. - Bartholomäustag war Termin für wirtschaftliche Transaktionen.
  7. Die letzten beiden Namen sind emendiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Otto et Wernhardus et Chunradus fratres et Methildis et Gerdrudis ipsorum sorores de Lochusin (…)

Lochusin: TF Lochhausen (Gde. Markt Indersdorf, Lkr. Dachau)
66. Text Datierung nach Bitterauf 1254
TF1808d
Notum sit omnibus Christi fidelibus quod ego Irmgardis de Hvnn delegavi ad altare sancte Marie sanctique Corbiniani Frisinge Gerdrudim de Frisnperg[1] pro censu (trium)[2] denariorum annuatim persolvendorum.[3]

Rudolfus de Monaco. Harnolt. Gisila.

Cecil(i). Ch(u)n(o). Iranf(rid). Richkardis de Rein censualis sancte Marie. Vlricus filius eius[4] (villicus. Rodpertus. Chvnr. Jvte.) … Alheidis. Mechthildis. Tvote. Albrecht.

  1. Über der Zeile geschrieben, danach von anderer Hand Pertcholt.
  2. Unlesbar, ergänzt nach Bitterauf.
  3. Danach von anderen Händen.
  4. Das folgende unlesbar, ergänzt nach Bitterauf.
Ortsnamen im Kontext
(…) Irmgardis de Hvnn (…) Gerdrudim de Frisnperg (…)
Rudolfus de Monaco. (…)
(…) Richkardis de Rein (…)

Hvnn: TF Haun (Haun, Gde. Zolling, Lkr. Freising oder Haun, Gde. Haag a. d. Amper, Lkr. Freising)
Frisnperg: TF unermittelt
Monaco
: München (krfr.St)
Rein: unermittelbar
67. Text Datierung nach Bitterauf 1254
TF1808e
Notum[1] sit omnibus quod Irmgarda et IIIIor eius liberi quorum ista sunt nomina. Diemveda. Dimveda. Alhaidis. Hainricus sunt censuales eclesie hac lege videlicet ut senior illorum singulis annis solvat V denarios ad altare sancte Marie.[2]

Bertoldus de Dingoluingen et uxor eius Adelheidis censuales sunt domine nostre.

Chunrat. Reihzê. Chunrat. Hailka. Hainrich. Walther. Hainrich. Chunrat. Maeithilt. Wernher. Perhta. Alber. Alhart.

  1. Text von anderer Hand.
  2. Danach von anderen Händen.
Ortsnamen im Kontext
Bertoldus de Dingoluingen et uxor eius Adelheidis censuales (…)

Dingoluingen: Dingolfing (Gde., Lkr. Dingolfing-Landau)
68. Text Datierung nach Bitterauf 1254
TF1808f
Abgaben von Personen zum Unterhalt des Domkapitels: eine Kuh, Landbesitz der Adelheid in Dürnseiboldsdorf und eines Ulrich in Oberwolkersdorf; letzterer kann vom Inhaber und seinen Nachkommen gegen 10 Pfennig Jahreszins weiter bewirtschaftet werden. Ferner schenkt hier Heinrich zu 15 Denaren.

Rudpreht. Maehthilt. Alhait. Wendel dederunt vaccam fratribus. Notum sit omnibus quod Adelhait predium suum in Sibolstorf agros scilicet aream et pratum pervulum[1] dedit sancte Marie post tempus vite sue ad communem usum fratrum.[2]

Notum sit omnibus quod Vlricus de Walkerstorf predium suum in eadem villa ad communem fratrum prebendam pro censu X[3] denariorum tali condicione delegavit ut omnis posteritas[4] sua illud in vita sua (teneat)[5]et post total(e)[6] in usum fratrum Frising(e eccle)sie[7] cedat. Tali quoque pacto quidam Hainricus in supra dicta villa pre(d)ium (suum)[8] ad XV denarios fratribus Frisingensis (ecclesie de)legavit.[9]

  1. Bei Bitterauf parvulum.
  2. Seelgerätsstiftung.
  3. Darüber X, wohl emendiert zu XX.
  4. Danach eorum.
  5. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  6. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  7. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  8. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
  9. Verderbt, ergänzt nach Bitterauf.
Ortsnamen im Kontext
(…) Adelhait predium suum in Sibolstorf (…)
(…) Vlricus de Walkerstorf (…)
Sibolstorf: TF Dürnseiboldsdorf (Gde. Mauern, Lkr. Freising)
Walkerstorf: TF Oberwolkersdorf / Unterwolkersdorf (Gde. Loiching, Lkr. Dingolfing-Landau)
69. Text nach Bitterauf 1254.
TF1809a
fol.49v

fol.49v

Besitzergänzungen durch Namenverzeichnisse und Traditionen.[1]

  1. Kurze Eintragungen von verschiedenen Händen, die untere Seitenhälfte ist durch Säureeinwirkung verderbt und der Text zum Teil unlesbar.


Alhaidis. Popo. Gedrudis. Breht. Hailweich. Maehthilt. Hailwich.[1] Vlrich. Perhta. Rvpert. Perbta.[2]

Alhait de Husen tenetur persolvere annuatim unum denarium ad altare beate virginis in Frisinga. Chunegundis. Wilburgis. Irmgart.[3] Maehthilt. Hainrich. Perhta. Regelint.

  1. Danach von anderer Hand. Erster Name unleserlich.
  2. Unlesbar wie nächste Zeile. Bitterauf ediert Perhtel. Danach von anderer Hand.
  3. Über der Zeile emendiert: Die…pol. Rappoto. W…al; bereits für Bitterauf nicht vollständig lesbar, vgl. S. 573, Anm. 2.
Ortsnamen im Kontext
Alhait de Husen (…)

Husen: TF Oberhausen (Gde. Petershausen, Lkr. Dachau)
70. Text TF1809b
Liucard von Schaftlding schenkt Erbbesitz am Ort und errichtet so für sich und ihre Vorfahren eine Memoria in Freising.

Der Text ist großenteils durch moderne Säureeinwirkung unlesbar geworden.[1]

Notum sit universis Christi fidelibus presentem paginam respecturis quod que(dam) mulier nomine (Liucardi)s (de) Scheftaltingen proprietatem (quam) in pre(dicta v)illa hereditarie possedit (ad al)tare sancte Marie sanctique C(orbiniani pro)[2] remedio anime sue (atque omnium parentium suorum) in (communes usus fratrum) ibidem s(er)vientium delegavit[3]. (Huius rei t)estes sunt. H. de Mosa. H. (de Pûtelpach. canonici) Frisinge(nses). Vlricus et Heinricus s(acerdotes Hainricus et H. custos)[4] et alii quamplures.[5]

  1. Ergänzt nach Bitterauf, dem der Text noch in besserem Zustand vorlag.
  2. Nach Bitterauf, S. 573, A. 3 darüber et fratris.
  3. Emendiert „de“.
  4. Korrumpiert.
  5. Diese Memorialstiftung steht wegen des Zeugen aus Bittlbach (Außerbittlbach) im Kontext zur Adelsgruppe der Klöster Isen und Tegernbach.
Ortsnamen im Kontext
(…) (Liucardi)s (de) Scheftaltingen (…)H. de Mosa. H. (de Pûtelpach. …) (…)

Scheftaltingen: Schaftlding (Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
Mosa: TF Moosach (Moosach, Gde., Lkr. Ebersberg, oder Moosach, Stadtteil von München)
Pûtelpach: TF Ausserbittlbach (Außerbittlbach, Gde. Lengdorf, Lkr. Erding)
71. Text TF1809c
Ortolf von Gelting schenkt Ulrich dictum diabolum zu fünf Pfennig Jahreszins, wovon er selbst einen erhält.

Noverint[1] omnes et singuli quod Ortolfus de Niedergelg(i)ngen Vlricum[2] dictum diabolum tradidit beate virgini in Frisinga tali condicione ut in festo Corbiniani V denarios offerat ad altare et quintum recipiat ut est moris. Testes sunt hii. Hertnidus decanus. F. sancti Andree prepositus. Otto Sappo. Lvpoldus Vertingus. Magister Petrus. Bertoldus dictus Ehinger. Bertoldus de Richersdorf. H. de Hvonswis et alii quamplures.

  1. Text von anderer Hand.
  2. Korrumpiert.
Ortsnamen im Kontext
(…) Ortolfus de Niedergelg(i)ngen (…) F. sancti Andree prepositus. (…) Bertoldus de Richersdorf. H. de Hvonswis (…)

Niedergelg(i)ngen: Gelting (Gde. Pliening, Lkr. Ebersberg)
sancti Andree: Pfarrei
Richersdorf: TF Reichersdorf (Gde. Bruckberg, Lkr. Landshut)
Hvonswis: TF Haunswies (Gde. Affing, Lkr. Aichach-Friedberg)
72. Text TF1809d
Heinrich dictus (?) schenkt den Schuster Heinrich zu fünf Pfennig Jahreszins an Freising.

Noverint[1] omnes (et singuli quod) Hainricus dictus (…nsterar) Heinricum sutorem dictum (… servum suum beate vir)gini tradidit in Frisinga (ut census) nomine V (denarios) offere debeat annuatim. Testes sunt isti qui inter(erant). Hii confratres Hartnidus decanus. Otto (Sappo. Heinricus de) Mosa. Fridericus Sappo …[2] (uic scholasticus. Hainricus) custos et alii quamplures. (Hii laici intererant. Hainric) pel.[3] (Pertholdus … Berrger … et alii quam plures).<[4]

  1. Text von anderer Hand. Größtenteils durch Säureeinwirkung unlesbar, ergänzt nach Bitterauf.
  2. Unlesbar.
  3. Gemeint ist pellifex, zweite Silbe unlesbar.
  4. Bereits von Bitterauf nicht mehr voll lesbar.
Ortsnamen im Kontext
(…) (… Heinricus de) Mosa. (…)

Mosa
: 'TF Moosach (Moosach, Gde., Lkr. Ebersberg, oder Moosach, Stadtteil von München)

Zitierhinweis

Adelheid Krah: Liber censualium (1187) (Hochstift Freising Archiv 4), Digitale Edition, in: Freisinger Amtsbücher; URL: https://freisingeramtsbuecher.bavarikon.de/Handschriften/Liber censualium des Freisinger Domkapitels - Nachträge (26. Mai 2024).

Cite reference

Adelheid Krah: Liber censualium (1187) (Hochstift Freising Archiv 4), digital edition, in: Freisinger Amtsbücher; URL: https://freisingeramtsbuecher.bavarikon.de/Handschriften/Liber censualium des Freisinger Domkapitels - Nachträge (26. Mai 2024).